"Setzen, Sechs!" - diese Methode könnte weniger hilfreich sein, als einige Lehrer meinen. Psychologen der Stanfort University brachten Lehrer dazu, empathischer mit schwierigen Schülern umzugehen, damit diese die Schule nicht hinschmeißen.

Psychologen von der Stanfort University sind der Frage nachgegangen, wie man Schüler davon abhalten kann, die Schule abzubrechen. Denn die Zahl der Schüler, die die Schule frühzeitig hinschmeißen oder rausgeworfen werden, ist hoch. In den USA ist das etwa jeder zehnte. In Deutschland schmeißt etwa jeder 20. Hauptschüler vor dem Abschluss hin. Vielleicht lässt sich diese Zahl schon mit einfachen Mitteln deutlich reduzieren.

Motivierend - egal, was kommt

Das Team aus Psychologen hat nun mit 31 Mathe-Lehrern eine kleine "Intervention" durchgeführt. In einem Online-Appell baten sie die Pädagogen anders mit ihren Schülern umzugehen: nicht autoritär zu sein, nicht hart oder pauschal zu bestrafen, sondern zu motivieren, zu fördern und freundlich zu bleiben - selbst wenn die Schüler nur trotzig pubertär reagieren. Außerdem gaben sie den Lehrern online einen kleinen Einführungskurs in Sachen Empathie. Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres hatte sich die Zahl der Schulabbrecher in den betreffenden Schulen halbiert.

Kein Bock auf den Lehrer, kein Bock auf den Stoff

Die Wissenschaftler setzten mit ihrem Versuch bei einem bestimmten Verhalten der Schüler an: So reagierten Schüler auf Strafarbeiten oft noch negativer, konnten den Lehrer nicht leiden und mit dem Lehrstoff dann erst recht nichts mehr anfangen.

In den beobachteten Schulen zeigte sich zudem, dass der empathischere und verständnisvollere Lehrer insgesamt in der Klasse mehr respektiert wurde - und die Schüler sich folglich mehr am Unterricht beteiligten. Auch 300 College-Studenten, die zur ihrer Schulzeit befragt wurden, waren sich einig: Sie hätten damals besser gelernt, wenn die Lehrer mehr auf sie eingegangen wären.