Nachhaltiger zu leben, ist den Versuch allein schon wert. Eva Katharina spricht über ihren Weg in kleineren Schritten. Sie ist ihn gemeinsam mit anderen gegangen. So fällt ein Leben mit Nachhaltigkeit etwas leichter, ist auch Psychologin Nadine Richter überzeugt.

Wie leicht ist es nachhaltiger leben zu wollen, wie schwierig ist dann doch die Umsetzung. Womit anfangen und welche Gewohnheiten und Annehmlichkeiten sind unverzichtbar? Diese Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen ökologischen Gewissen kennen viele Menschen. Eva Katharina zum Beispiel.

"Mir ist es wichtig, mir keine harten Verbote aufzustellen."
Eva Katharina, lebt möglichst nachhaltig in Hamburg

Sie ist wegen des Studiums nach Hamburg gezogen und hat sich eher aus sozialen Gründen bei der Naturjugend engagiert. Im nächsten Schritt hat sie angefangen, ihr Verhalten zu hinterfragen – mit ihrem Konsum geht es los. Sie sagt aber: "Einen ganz klassischen Aha-Moment hatte ich nicht." Heute ist ihr Fernziel naturverbunden in der Stadt zu leben.

Wenig Plastik, kein Auto

Eva Katharina hat versucht, nur nachhaltig-produzierte Mode und Second-Hand zu kaufen. Sie hat zeitweise möglichst ganz auf Plastik verzichtet, vor ein paar Jahren ihr Auto verkauft. Einige Sachen müsse man einfach ein paar Wochen durchziehen, bis sie zur Gewohnheit werden. Beispielsweise nennt sie:

  • Wäsche kälter waschen
  • Wasser beim Händeeinseifen nicht laufen lassen
  • Seltener duschen

Bei der Mobilität ist es Eva Katharina nicht so leichtgefallen. Sie bemüht sich, mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren. Nicht immer klappt es, aber ein paar Fehlerchen solle man sich ruhig erlauben. Sie sagt: "Man hat nicht immer die Zeit, zum Unverpacktladen zu fahren."

Bei Süßigkeiten macht Eva Katharina Ausnahmen für Marken, die sie eigentlich nicht unterstützen möchte, die nicht bio sind und alles andere als plastikfrei. Ihr ist es schon wichtig, dass allgemein Spaß nicht zu kurz kommt.

Eva, versucht, möglichst nachhaltig zu leben
© Eva Wolf
Eva Katharina, versucht, möglichst nachhaltig zu leben

Nadine Richter sagt, es ist grundsätzlich leichter in Umbruchsituationen Gewohnheiten zu ändern – beispielsweise nach einem Umzug die Mobilitätsgewohnheiten. Also in etwa so, wie Eva Katharina vorgegangen ist. Nadine ist Psychologin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Dortmund.

"Eine Strategie wäre, mit einer etwas einfacheren Sachen anzufangen, nicht gleich mit den schwersten Handlungen zu starten."
Nadine Richter, Psychologin, Fachhochschule Dortmund
Nadine Richter, Psychologin, Fachhochschule Dortmund
© Nadine Richter
Nadine Richter, Psychologin, Fachhochschule Dortmund

Wer auf Dauer nachhaltiger Leben möchte, kann ruhig mit kleinen Schritten anfangen, findet Nadine. Also auf Motivation folgt schrittweise Umsetzung. Ökologische Normen und darauf bezogenes Verhalten sind einer der Themenbereiche der Psychologin.

"Den meisten Menschen wird es einfacher fallen, wenn sie mit einer Sache anfangen."
Nadine Richter, Psychologin, Fachhochschule Dortmund

Sie rät dazu sich einzelne Lebensbereiche systematisch anzugucken: Bei Ernährung, Energieverbrauch und Mobilität gäbe es in der Regel Potential. Dann empfiehlt sie, es mit den Veränderungen anfangs nicht zu übertreiben. Hilfreich könne es außerdem sich einen Plan zu machen und möglichst andere in diese Verhaltensänderung miteinzubeziehen. Menschen aus dem Umfeld könnten motivierte bei solchen Verhaltensänderungen mitziehen, ist Nadine überzeugt.

Ebenfalls sei es hilfreich nach Motivation außerhalb des Nachhaltigkeitsthemas zu suchen – zum Beispiel im Bereich Gesundheit und Gemeinschaft.

Eigenlob statt Selbstkritik

In der Regel dauere es schon ein paar Wochen, bis eine Veränderung zur Routine wird, sagt Nadine. Sie weist darauf hin, dass Ernährungsgewohnheiten häufig schon in der Kindheit erlernt werden. Etabliert ist es, wenn man nicht jedes Mal neu drüber nachdenken muss.

Nach Rückschlägen solle niemand sich deswegen fertigmachen und die eigenen Pläne über Bord werfen. Erstmal solle man sich loben, wie weit man es geschafft hat. Bei sich selbst sieht sie noch Potential im Bereich Energieverbrauch. Surfen und Streaming ließen sich nicht so leicht eingrenzen und ihre Wohnung könnte vielleicht ein bisschen kleiner sein. Grundsätzlich sei es aber leichter geworden, nachhaltiger zu leben. Das zeige allein schon ein Blick auf das Sortiment im Supermarkt.

"Es ist von den Gegebenheiten viel einfacher geworden Vor zehn Jahren gab es nicht so viele vegane Produkte im Supermarkt und die Akzeptanz war viel geringer."
Nadine Richter, Psychologin, Fachhochschule Dortmund

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