• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google
Der Schülervertreter Dario Schramm befürchtet, dass die Politik wieder den Sommer verstreichen lässt, statt Vorbereitungen zu treffen. Es brauche Impftermine für die, die wollen. Luftfilter, kleinere Klassen und psychologische Unterstützung.

Dario Schramm vertritt als Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz die Schüler und Schülerinnen in Deutschland. Die sollten selbst entscheiden, ob sie sich impfen lassen wollen. Doch Impfangebote Ende August findet er zu spät. "Damit kommt die zweite Dosis erst Mitte Oktober", sagt der Abiturient. Dann ist der Schulbetrieb wieder voll angelaufen. "Bis dahin sollten die Kinder eigentlich voll geimpft sein."

Der Generalsekretär der Bundessschülerkonferenz
© Torben Krauß
Dario Schramm hat als Schüler selbst Distanzlernen, Wechselunterricht und Co miterlebt. Aber jetzt hat er sein Abitur in der Tasche.

In Deutschland gibt es keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Coronaschutz-Impfung nur, wenn Kinder und Jugendliche aufgrund einer Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung haben.

Das heißt, Eltern und Kinder müssen sich austauschen und abwägen. Dario Schramm versteht, wenn sich Eltern und Kinder zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine Impfung entscheiden. Aber genauso, wenn sie sich dafür entscheiden.

Distanzlernen ist keine Option

Doch für die Kinder, die sich impfen lassen wollen, gibt es zurzeit kaum Termine. "Für die braucht es ein schnelles Angebot", sagt Dario Schramm. "Damit die Sommerferien genutzt werden können."

Für Dario Schramm ist klar: "Die Schule muss wieder im Präsenzunterricht starten." Man dürfe nach den Sommerferien nicht zurück zum Distanzunterricht. Damit das gelingt, braucht es Vorbereitungen. Doch der Schülervertreter befürchtet, dass das wieder nicht passiert. "Ich höre mich bisschen an wie ein stockendes Band", sagt Dario Schramm. Auch bei den letzten Ferien hätten sie gefordert, dass die Zeit genutzt und die Schulen besser auf die Pandemie vorbereitet werden.

"Die Politik darf jetzt nicht in die Sommerferien gehen und hoffen, dass schon alles gut geht."
Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Zu diesen Vorbereitungen gehört die Anschaffung von Luftfiltern, findet Dario Schramm. In vielen Betrieben war es möglich, solche Filter zu kaufen und aufzustellen. "Auch in vielen Behörden stehen diese Dinger", sagt der Schülervertreter. Aber er höre immer wieder, dass es schwierig sei die Schulen damit auszustatten.

"Wir brauchen Luftfilter an den Schulen."
Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz

Die Politik könne sich nicht einfach geschlagen geben. "Wir werden nicht von jetzt auf heute alle Schulen ausstatten können", sagt der Schülervertreter. Aber Schritt für Schritt sollte das möglich sein.

Kleinere Lerngruppen sind ohnehin besser

Auch die Verkleinerung der Klassengrößen kann helfen, dass der Schulbetrieb im Herbst und Winter trotz Pandemie relativ normal läuft. Das würde dem Bildungssystem ohnehin guttun, so Dario Schramm. "Wir haben schon vor Corona gelernt, dass das eigentlich eine super Idee wäre." Lernen in kleineren Gruppen funktioniert viel besser – unabhängig vom Infektionsschutz.

Aber für die Schülerinnen und Schüler geht es in diesem Sommer um noch mehr. Die Pandemie hat vielen zugesetzt: weniger soziale Kontakte, selbst organisiertes Distanzlernen über Wochen und Monate und so weiter. Viele merken, dass ihre Psyche gelitten hat. Doch professionelle Hilfe gibt es wenig. "Das große Problem, das ich von Schülern immer wieder höre ist, dass sie keine Termine bekommen und auf Wartelisten landen", sagt Dario Schramm.