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Nur kriechen und schlängeln? Von wegen. Es gibt Schlangenarten, die Treppensteigen können, sich als lebendes Lasso betätigen und sogar gleitfliegen können.

Ja, es gibt sie tatsächlich: Schlangen, die durch die Lüfte fliegen. Sie fliegen nicht so, wie man es von Vögeln kennt, sondern sind eher im Gleitflug unterwegs.

Die Schmuckbaumnattern auf Beutejagd im Gleitflug

Nur fünf Schlangenarten zählen zu den sogenannten Flugschlangen. Das sind eng miteinander verwandte Arten, die alle zur Familie der Schmuckbaumnattern gehören. Sie sind bis zu zwei Meter lang und in Südost- und Südasien beheimatet. Dort leben sie in Bäumen und ernähren sich von Fröschen, Vögel und Fledermäusen.

In Gleitflügen können sie von einem Baum zum nächsten segeln oder auch vom Baum zum Boden gleiten.

Schmuckbaumnatter
© IMAGO / Nature Picture Library
Eine Schmuckbaumnatter beim Gleitflug.

Diese Eigenschaften haben US-merikanische Forschende mithilfe von Zeitlupenaufnahmen "fliegender" Schlangen untersucht. Um im Gleitflug durch die Luft segeln zu können, setzen die Schlangen zwei Techniken ein:

Zum einen machen sie mithilfe ihrer Muskulatur ihren Körper in der Luft flach wie ein Segel und schaffen sich so eine Art Tragfläche zum Gleiten. Und zum anderen halten die Nattern ihren Körper mit wellenförmigen Bewegungen in der Luft. Dadurch optimieren sie während des Flugs den Anströmwinkel der Luft und können in begrenztem Maß auch Auftrieb erzeugen.

Die Forschende vermuten zwei Gründe dafür, dass sich Schlangen im Gleitflug bewegen, sagt der Biologe Mario Ludwig: Zu einen, um kleine Frösche und Fledermäuse zu erbeuten. Zum anderen, um selbst Fressfeinden entkommen zu können.

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Mit spezieller Klettertechnik auch an glatten Pfählen nach oben

Bisher war bekannt, dass Schlangen das sogenannte Ziehharmonikaprinzip nutzen, um auf Bäume zu gelangen. Dazu umschließt die Schlange den Baum sowohl mit ihrem Vorderteil als auch mit ihrem Schwanzende. Und diese beiden Haltegriffe verschiebt die Schlange dann abwechselnd nach oben.

Vor kurzem haben US-amerikanische Forschende bei einer Schlange auf der Pazifikinsel Guam eine völlig neue Klettertechnik entdeckt, die sogenannte "Lasso-Technik". Diese Technik erlaubt der Braunen Nachtbaumnatter, selbst glatte Pfähle oder sogar Stahlmasten hochzuklettern.

Um einen glatten Pfahl zu erklimmen, umschließt die Schlange die Stange, auf die sie klettern will, komplett und sehr eng mit ihrem Körper. Dabei überkreuzt sich der Körper einmal. Das erinnert an eine Lassoschlinge.

"Wichtig dabei ist, dass sich das Vorderteil mit dem Hinterteil zumindest einmal überkreuzt."
Mario Ludwig, Biologe
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Nachdem sie diese Verschlingung ausgeführt hat, macht die Schlange eine Art wellenförmige Raupenbewegungen, indem sie kleine Teile ihres Körpers vom Untergrund abhebt und diese Abspreizungen dann Stück für Stück nach oben wandern lässt.

Mit dieser Technik gelingt es den Schlangen sich auch auf sehr glatten Untergründen weiter nach oben zu gelangen. So plündern die Schlangen auf Guam die Nistkästen seltener Vogelarten, die Tierschützer zum Schutz vor den Schlangen, hoch oben auf glatten Stahlrohren angebracht haben.

Atemlos in die Höhe

Allerdings kostet die sogenannte Lasso-Technik die Schlangen offenbar viel Kraft. Forschende haben beobachtet, dass die Schlangen dabei stark geatmet haben und öfters Pausen machen mussten.

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Schlangen, die Treppensteigen können

In der Regel muss eine Schlange, die in der Wildnis lebt, kaum mal eine Treppe erklimmen. Allerdings können Schlangen, die die Treppensteig-Technik beherrschen viele Hindernisse leicht überwinden. Dazu zählen zum Beispiel umgefallene Baumstämme.

Das Treppensteigen gelingt Schlangen, indem sie einen großen Teil ihres Vorderkörpers vom Boden hochheben.

Wie die Schlangen das schaffen, ohne dabei umzukippen, haben US-amerikanische Forschende in Laborversuchen mit Königsnattern untersucht. Das ist eine etwa 40 cm große nordamerikanische Schlangenart.

Stützfläche- und Träger bilden, hilft beim Treppensteigen

Bei diesen Experimenten fanden die Forschenden heraus, dass die Schlangen eine Stufe hochklettern, indem sie in den drei Segmenten, Vorder-, Mittel- und Hinterteil, unterschiedlich bewegt.

Der vordere und hintere Teil – sprich die Teile, die auf den ebenen Flächen sind – vollführen Wellenbewegungen. Der mittlere Teil stellt sich senkrecht auf und dient damit, technisch gesehen, als Träger, der den Höhenunterschied überwindet.

Durch die Schlängelbewegung des vorderen und hinteren Körperteils bildet die Schlange eine breite und stabile Stützfläche und kippt deswegen nicht um.