Mehrere Menschen werden getötet, viele verletzt, als ein Lkw in eine Einkaufsstraße und dann in ein Kaufhaus in Stockholm rast. Die schwedische Journalistin Thérèse Amneus lebt und arbeitet in der Hauptstadt. Sie hat uns ihre Eindrücke von dem schrecklichen Tag geschildert.

Als Thérèse Amneus von dem Anschlag in der Innenstadt hörte, dachte sie sofort an ihre Familie und Freunde. "Man hat gleich gedacht: Oh mein Gott, kenne ich jemanden, der jetzt da ist oder der verletzt ist?", sagt die schwedische Journalistin. "Das war ein sehr unheimliches Gefühl, es war gruselig und es war einfach viel Angst da.“ Weil das Telefonnetz zwischenzeitig überlastet war, konnte Thérèse nicht jeden aus ihrer Familie erreichen. Facebook aktivierte nach der Tat den Sicherheitscheck, sodass Menschen zumindest dort markieren konnten, ob sie in Sicherheit sind.

Komplett abgeriegelte Innenstadt

Am Nachmittag war ein Lkw auf der Haupteinkaufsstraße Drottninggatan in Stockholm in die Menge gefahren. Erst in der Fassade des Kaufhauses "Ahlens" kam das Fahrzeug zum Stehen. Mehrere Menschen wurden getötet, viele verletzt. Ministerpräsident Stefan Löfven erklärte, alles deute auf einen Terroranschlag hin.

Nach dem Vorfall wurde fast die gesamte Innenstadt gesperrt, erzählt Thérèse. An manchen Orten forderte die Polizei die Menschen auf, in ihren Häusern zu bleiben. Thérèrse konnte ihre Arbeitsstelle zwar verlassen, doch wegen der Sperrungen kam sie nicht nach Hause in ihre Wohnung. Sie fuhr mit zu einer Freundin nach Hause.

"Viele waren auf ihrer Arbeit eingeschlossen und konnten nicht weg."
Thérèrse Amneus berichtet über den Anschlag

Schon im Jahr 2010 gab es in der Einkaufsstraße Drottninggatan einen Anschlag. Damals sprengte sich ein 28-Jähriger Iraker in die Luft. Bis auf den Attentäter selbst gab es aber keine Toten. Der Gedanke, dass es weitere Anschläge geben könnte, war auch bei Thérèse immer irgendwie präsent.

"Wenn man einen Anschlag auf Stockholm macht, dann macht man es da. Das war eigentlich immer so im Hinterkopf."
Thérèse Amneus über den Anschlagsort

Die Haupteinkaufsstraße mit seinem großen Einkaufszentrum ist ähnlich beliebt wie der Berliner Kudamm, sagt Thérèse. "Da gehen alle einkaufen."

Wie geht es weiter?

Die schwedische Sicherheitspolizei war nach dem Anschlag schnell vor Ort und hatte die Lage unter Kontrolle. Trotzdem, sagt Thérèse: "Schweden ist kein Land, in dem viele Terroranschläge passieren. Von daher hat man auch nicht so viel Erfahrung mit solchen Sachen."

Der schwedische Polizeichef kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen an zentralen Stellen in der Hauptstadt zu verstärken. Wie die Regierung nun auf den mutmaßlichen Terrorangriff reagieren, welche Konsequenzen es geben wird, ist schwer zu sagen, sagt Thérèse.

"Das ist alles ganz neu für uns in Schweden."
Journalistin Thérèse Amneus lebt und arbeitet in Stockholm

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