Wegen der Schweinepest mussten in China massenhaft Tiere getötet werden. Schweinefleisch gilt in China als Grundnahrungsmittel. Landwirte züchten deshalb jetzt Riesen-Schweine.

Jedes zweite Schwein auf der Welt lebt in China. Die Chinesen essen unglaublich viel Schweinefleisch. Es gilt dort als Grundnahrungsmittel.

Seit Ausbruch der Schweinepest vor ziemlich genau einem Jahr sind die Schweinefleischpreise in China um 60 bis 80 Prozent gestiegen. Wegen der Schweinepest mussten ungefähr die Hälfte aller Schweine in China getötet werden.

"Wir reden hier von rund 100 Millionen Tieren die entweder an dem Virus gestorben sind oder getötet wurden."
Steffen Wurzel, Korrespondent für China

Angesichts dieser Dimension ist es nicht verwunderlich, dass Schweinefleisch Top-Gesprächsthema in China ist, sagt Steffen Wurzel, unser Korrespondent für China. Zwar gebe es noch Schweinefleisch zu kaufen, es sei nur deutlich teurer als sonst. Daher stammt auch die Idee einiger Landwirte, größere Schweine zu züchten. Auch die Regierung hat die Bauern dazu angehalten.

Durch die Medien gegangen ist ein besonders großes 500-Kilo-Schwein aus dem Süden Chinas. Normalerweise wiegen Schweine zwischen 100 und 120 Kilogramm. Dieses besonders große Schwein hat die Idee bekannt gemacht, überdurchschnittlich große Schweine zu züchten.

Schweinefleischreserven für Notsituationen

In China gibt es aber noch andere Ideen:

Die Regierung hält seit längerem strategische Schweinefleischreserven vor: in Kühlhäusern, in denen Schweinefleisch eingefroren sind, um in Notsituationen freigegeben und zu günstigeren Preisen unter Marktwert verkauft zu werden. Das war zuletzt der Fall. Von den Schweinefleischreserven haben beispielsweise Schulkantinen profitiert, zum Teil aber auch öffentliche Supermärkte.

Nach Schweinepest: Import steigt rasant

Um den Mangel an Schweinefleisch in China auszugleichen wurde auch viel importiert. Die Schweinefleisch-Exporte sind laut EU im ersten Halbjahr um 40 Prozent gestiegen, was mitunter auch zu leicht steigenden Preisen in Deutschland geführt hat.

Die Chinesen haben sogar den US-Amerikanern angeboten, verstärkt Schweinefleisch von US-Unternehmen zu kaufen.

Schweinepest brachte wirtschaftliche Katastrophe

Die Schweinepest hat China wirtschaftlich geschwächt. Steffen Wurzel spricht von einer "wirtschaftlichen Katastrophe". Vor allem mittelständische und kleine Unternehmen haben sehr unter den Verlusten gelitten.

Auf die Idee, einfach weniger Schweinefleisch zu konsumieren, seien die Chinesen zwar auch schon gekommen – es gibt auch entsprechende Kampagnen.

Dass die Essgewohnheiten der Chinesen aber so schnell ändern und zeitnah deutlich weniger Schweinefleisch gegessen wird, hält Steffen Wurzel für unwahrscheinlich. Das sei vergleichbar damit, von den Deutschen zu fordern, weniger Brot zu essen.