Wir schwitzen, wenn uns heiß ist, wenn wir uns bewegen oder emotional aufgewühlt sind. Manche Menschen aber schwitzen schneller und stärker als andere. Wir klären, woran das liegt – und welche Schweiß-Sorten es gibt.

Wenn es superheiß ist, dann geht es unserem Körper beim Schwitzen vor allem darum, die Temperatur zu regeln und uns zu kühlen. Bei dieser Art von Schweiß müssen wir uns erst mal keine Sorgen machen, dass wir stinken, sagt die Humanbiologin Janina Otto. "Die ekkrinen Schweißdrüsen produzieren einen Easy-Going-Schweiß – das ist nur Wasser und Salz. Dieser kühlende Kopf- und Rückenschweiß riecht nicht."

"Schweiß aus apokrinen Drüsen wird mit der Zeit von Bakterien auf unserer Haut zersetzt und was die daraus machen, das riecht wirklich nicht so toll."
Humanbiologin Janina Otto über Achsel- und Stressschweiß

Angst- oder Stressschweiß hingegen wird von anderen Drüsen produziert und zwar von den apokrinen Schweißdrüsen. "Das ist eher so der Achselschweiß. Der riecht, wenn er frisch ist erst mal auch nicht", sagt Janina Otto. Bei dieser Art von Schweiß wird neben Wasser und Salz noch ein milchiges Sekret abgesondert, in dem sind unter anderem Proteine und Lipide enthalten. Mit der Zeit werden diese Fettsäuren von Bakterien auf unserer Haut zersetzt – und das stinkt dann.

Warum Schweiß unterschiedlich riecht

Dass dieser Geruch bei jedem Menschen und auch jedes Mal unterschiedlich riecht, ist kein Zufall. Denn er wird auch durch unsere Ernährung beeinflusst. "Die Haut ist ein Entgiftungsorgan, wir scheiden viele Dinge über die Haut aus", sagt Janina Otto. "Deshalb kann das, was wir Essen in Abbauprodukten auf der Haut landen und das kann den Geruch verändern.“

Doch unser Schweiß schützt uns nicht nur vor Überhitzung. Der apokrine Schweiß sei auch ein Mittel der nonverbalen Kommunikation bei der Partner*innensuche. Unbewusst checken wir so, ob wir jemanden im wahrsten Sinne des Wortes gut riechen können und er oder sie genetisch zu uns passt.

Eine Schweizer Studie hat das in den 90er-Jahren mit Studentinnen getestet. Die sollten den Geruch von Shirts von Studenten beurteilen. Dabei bevorzugten sie Shirts von Männern, deren Immungene sich möglichst stark von ihren eigenen unterschieden.

Warum jede*r von uns unterschiedlich stark schwitzt, weiß man noch nicht genau. Fest steht nur, dass wir mit rund zwei Millionen alle in etwa die gleiche Anzahl an Schweißdrüsen haben. Aber: Nicht alle davon produzieren Schweiß. Und: Menschen, die in warmem Klima aufwachsen, haben mehr aktive Schweißdrüsen. Auch Erkrankungen wie beispielsweise Hyperhidrose, von der ein bis zwei Prozent der Menschen betroffen sind, können dazu führen, dass wir übermäßig viel schwitzen.