Wo Schweiz draufsteht, muss auch Schweiz drin sein: Die Schweizer wollen es künftig jedenfalls genau wissen und testen ihr Rindfleisch auf Nationalität. Über die Qualität des Fleischs sagt das aber wenig aus. 

Und wer hat's erfunden? Die Schweizer. Sie wollen künftig jedes Schlachtrind und Kalb auf seine Schweizer Nationalität testen. Ab dem kommenden Jahr führen sie dazu flächendeckend DNA-Tests in den Schlachthöfen ein. Denn in den vergangenen Jahren hatte es hin und wieder Etikettenschwindel gegeben. 

"Mit den DNA-Tests kann man belegen, wo das Fleisch herkommt, man kann das Tier zurückverfolgen. Es bleibt nur die Frage: Was sagt so ein Test über die Qualität des Fleisches aus?"
Journalist und Fleischexperte Adrian Peter

Schweizer Gene sind kein Kriterium

Über die Qualität des Fleisches sagt uns so ein Herkunftsnachweis nichts. Schweizer Gene allein jedenfalls machen noch kein super Steak.

Falk Glauner, Laborleiter am Florin Institut für Lebensmittelqualität, sagt: Haltungsbedingungen oder die Fütterung sind Kriterien, nach denen wir gutes Fleisch definieren können. Biosiegel können auch helfen. Ihn interessieren ferner die sogenannten Beffe-Werte - sie geben Aufschluss über das Fleischeiweiß.

"Der erste Parameter Beffe sagt aus, wie viel Muskeleiweiß drin ist, der zweite Parameter Beffe im Fleischeiweiß sagt aus, wie hochwertig dieses Muskeleiweiß ist."
Falk Glauner, Laborleiter am Florin Institut für Lebensmittelqualität

Schweine sind Wurst

Übrigens: Die Schweine sind den Schweizern offenbar erst mal Wurst. Getestet werden sollen nur die Rinder und Kälber. Wer ein Fleisch sucht, das schmeckt, der kann es einfach auch selber mal unter die Lupe nehmen:

  • Farbe - frisches Rindfleisch ist dunkelrot
  • Struktur - mit Fingerdruck testen
  • Marmorierung - Fleisch mit feinen Fettadern schmeckt zarter
  • Geruch - frisches Fleisch sollte unauffällig riechen

Der TÜV-Süd hat im Netz eine Liste von zehn Kriterien dazu, was gutes Fleisch ausmacht.

Eine andere Möglichkeit: Ihr kauft beim Metzger und fragt ihn nach der Herkunft des Fleischs. Viele arbeiten nämlich mit Bauern vor Ort zusammen. Und die Haltung der Tiere könnte man so ja auch vor Ort besichtigen.