Schwimmen in Flüssen ist nicht so angesagt, wie es sein könnte und müsste, sagt der Fluss-Schwimm-Aktivist Dirk Melzer. Die schönsten Spots seien in Vergessenheit geraten. Dirk hat eine Schule gegründet, um Interessierten das richtige Flussschwimmen beizubringen.

"Schwimmen im Fluss ist ein ganz besonderes Erlebnis."
Dirk Melzer, Fluss-Schwimm-Aktivist und Landschaftsarchitekt

Klar, es ist auch gefährlich: Jedes Jahr sterben 400 bis 500 Menschen in Flüssen, Badeseen und an Stränden. Wir müssen nur wieder lernen, in Flüssen zu schwimmen, sagt Dirk Melzer. In Deutschland gebe es nämlich sehr schöne (und saubere!) Flüsse. Nur sei das Schwimmen dort zum Beispiel in Zeiten der Rheinverschmutzung zurückgedrängt worden. Melzer wünscht sich, die Flüsse als Naherholungsgebiet zurückzuerobern. 

Allerdings sind viele Uferbereiche total verbaut.

"Der Rhein ist vornehmlich eine Bundeswasserstraße. Es ist in Vergessenheit geraten, wo die guten Schwimmstellen sind."
Dirk Melzer, Fluss-Schwimm-Aktivist und Landschaftsarchitekt

Dirk hat bei Kaub in Rheinland-Pfalz eine Schwimmschule gegründet, in der man Schwimmen im Fluss lernen kann.

  • Schwimmen in Strömungen ist etwas völlig anderes als in stillen Gewässern
  • Ihr seid immer einer Vorwärtsbewegung unterworfen
  • Ihr solltet sehr genau wissen, wo ihr schwimmt und welche Besonderheiten dort zu beachten sind, etwa wie stark die Strömung – auch seitwärts – an dieser Stelle ist
"Es ist lebensgefährlich, in einen Fluss zu springen, ohne sich vorher zu informieren."
Dirk Melzer, Fluss-Schwimm-Aktivist und Landschaftsarchitekt

Verschätzt hat man sich sehr schnell: Am Rand ist die Strömung noch relativ gering, aber je weiter man sich in den Fluss hineinbegibt, desto schneller wird man weggetragen. 

"Geschwommen werden"

Denn genau darum geht es: Flussschwimmen ist kein aktives Schwimmen, sondern eine Art "geschwommen werden". Man gibt sich dem Fluss hin und wird von ihm getragen.

Dirks Übungsstrecke für seine Schwimmschüler befindet sich auf einem etwa zwei Kilometer langen Rhein-Abschnitt zwischen dem Niedertal und der Pfalzinsel vor Kaub.

"Das 'Kauber Wasser' ist die größte Gefälle-Strecke am Rhein. Die Strömung ist sehr stark: Ein Jogger würde kaum mitkommen."
Dirk Melzer, Fluss-Schwimm-Aktivist und Landschaftsarchitekt

Zum Ausgangspunkt der Schwimmtour wandert Dirk mit seinen Schülern in zweieinhalb Stunden. Die gleiche Strecke sind die Teilnehmer dann in zwanzig Minuten zurückgeschwommen.