Allein im letzten Jahr sind mehrere tausend Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Die Aktivisten von Sea-Watch wollen mit einem Boot Menschen aus dem Wasser retten.

Sie fliehen vor Kriegen, politischer Verfolgung und aus wirtschaftlichen Gründen. Immer wieder vertrauen sich Flüchtlinge Schleppern an, die ihnen für viel Geld einen Weg aus der Not versprechen. Auf völlig überfüllten Schiffen, die oftmals ohne Kapitän durch die Meere kreuzen und auf die Küsten europäischer Länder zusteuern. Manche Schiffe kentern, bevor sie die Küste erreichen, weil sie fahruntüchtig sind. Wenn die Küstenwache nicht rechtzeitig zur Stelle ist, ertrinken oft hunderte Menschen auf einmal.

"Da unten ertrinken Leute im Meer. Das ist nicht notwendig, wir haben die Mittel, wir sind ein reiches Land. Wir sind ein reiches Europa."

100 Jahre alten Fischkutter reparieren

Ein paar Aktivisten aus Brandenburg haben nun ein Fischkutter gekauft, mit dem sie den Bootsflüchtlingen helfen will. Das Projekt heißt Sea-Watch, genauso wie das kleine Schiff, das im Hafen von Hamburg-Harburg liegt. Dort arbeiten Freiwillige auf Hochtouren. Sie wollen den 100 Jahre alten Kutter bis zur Schiffstaufe Ende März wieder hochseetauglich machen. Aufwendige Reparaturen sind dafür notwendig. An Bord befindet sich auch Tilmann Holst, der die Arbeiten koordiniert.

"Die vielen Anfragen, die vielen Freiwilligen, das strengt mich ganz schön an. Am liebsten stehe ich irgendwo in der Ecke und haue mit dem Hammer auf dieselbe Stelle."

Kapitän rettet Menschen und wird angeklagt

Die Aktivisten wollen zwar helfen, sich dabei aber auch nicht strafbar machen. Denn 2004 wurde ein Kapitän der Hilfsorganisation Cap Anamur als Schlepper angeklagt, weil er Flüchtlinge in Seenot nach Italien gefahren hatte. Darum wollen die Aktivisten von Sea-Watch Flüchtlinge retten, die in Seenot sind. Nur bei ausdrücklicher Aufforderung durch Behörden wollen sie die Flüchtlinge auch mit dem Schiff transportiert. DRadio-Wissen-Autor Daniel Stender war an Bord und hat sich über die Initiative und den Fortschritt der Reparaturarbeiten informiert.

"Dieses Schiff soll keine Flüchtlinge aufnehmen und in Italien wieder absetzen. Es sei denn, es geschieht ausdrücklich auf Aufforderung der Küstenwache von Malta oder Italien."

Schiffsumbau der Sea-Watch in Hamburg

Mehr zur Rettung von Bootsflüchtlingen