Sebastian Sieg, 18, will lieber keine Groko. Und doch kann er dem Ganzen auch Gutes abgewinnen: Schließlich würde in der SPD wenigstens noch darüber diskutiert.

Die SPD ist gerade mal wieder in einer schwierigen Situation. Der Parteivorstand möchte nach den Sondierungsverhandlungen gerne in Koalitionsverhandlungen mit der Union eintreten. Es gibt aber Gegenstimmen: unter anderem die Jusos - die Jugendorganisation der SPD - sind genau dagegen und quasi auf einer Tournee, um gegen die Groko zu werben.

Sebastian Sieg aus Gütersloh, 18 Jahre alt, ist seit etwas über einem Jahr SPD-Mitglied. Auch er sieht seine Partei lieber in der Opposition als in der Groko. Er sagt: "Der Anspruch der SPD muss es sein, den Menschen zu helfen, die jeden Tag aufstehen und ganz viel für unser Land tun. Das kann ich mir nur mit einer erneuerten SPD vorstellen. Und das ist meiner Ansicht nach nicht mit einer Groko zu erreichen."

"Ich glaube nicht, dass es uns in vier Jahren gelingt, Wahlkampf gegen unseren Koalitionspartner zu machen."
Sebastian Sieg, SPD-Mitglied

Wie viele andere seiner Partei befürchtet Sebastian, dass mit einer erneuten Großen Koalition die politischen Lager Links und Rechts weiter verschwimmen und die Unterschiede zwischen den beiden großen Parteien nicht deutlich genug werden.

Diskussion und Debatten schaden nicht

Trotzdem: Sebastian ärgert sich nicht über seine Partei und erwägt schon gar nicht, auszutreten. Vielmehr freut er sich über die Diskussion, die die SPD zulässt. Es sei schließlich gut, wenn über den Eintritt in eine Koalition gestritten wird.

"In anderen Parteien könnte es sein, dass einfach der Parteivorstand sagt: So machen wir das."
Sebastian Sieg, SPD-Mitglied

Sebastian hat das Talent, allem auch etwas Positives abzugewinnen. Der Widerstand der Jusos gegen die Groko zum Beispiel. Er sagt: "Wir schaffen es gerade, ganze Landesverbände gegen die Groko zu mobilisieren - das ist doch schon mal eine Leistung!"

Und davon abgesehen: Egal, ob die Groko kommt oder nicht - die Grundwerte der SPD seien immer noch dieselben wie früher. Und Sebastian glaubt nicht, dass eine Krise seine Partei so sehr verändern könne, dass es richtiger wäre, auszutreten.

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