Im Alltag belasten wir unsere Augen zu einseitig. Dadurch verspannen unsere Augenmuskeln. Ein spezielles Training verspricht Besserung. 

Wir sitzen viel am Computer oder starren auf unser Smartphone. Unsere Augen gucken oft über lange Zeiträume kurze Distanzen. Das ist Alltag, aber nicht unbedingt gut. Wolfgang Hätscher-Rosenbauer hat eine These. Er glaubt, dass das Sehen abhängig ist von der Gesamtverfassung. Wer sich insgesamt entspannt, sieht auch besser. 

"Wenn wir anfangen zu entspannen, merken wir, wie viel chronische Verspannung da ist. Die Augen tun weh, pochen, wir sind schnell müde."
Wolfgang Hätscher-Rosenbauer

Der Leiter einer Sehschule glaubt, dass wir unsere Sehkraft mit Training verbessern können. Beispielsweise indem wir unsere Augen einer liegenden acht folgen lassen, unterschiedlich weit entfernte Objekte fokussieren, oder regelmäßige Sonnenbäder mit geschlossenen Augen nehmen.

Von Versprechungen wie "Verbesserte Sehkraft um eine Dioptrie in nur 12 Wochen", hält er nichts. Das grenze für ihn an ein Wunder, sagt er. Aber fünf Minuten Training täglich, das helfe. 

Unser Alltag schadet den Augen

Wissenschaftliche Belege dafür, dass Augentraining die Sehkraft verbessert, gibt es nicht. Vertreter der evidenzbasierten Medizin sehen die Erfolgsaussichten meist skeptisch. 

"Wenn man kurzsichtig ist und eine Brille braucht, dann hilft auch Entspannen nichts. Dann muss man eine Brille tragen."
Daniel Salchow, Professor für Augenheilkunde an der Charité in Berlin

Die These, dass Regeneration uns besser sehen lässt, sieht er skeptisch. Einig sind sich die Augenexperten in folgendem Punkt: Unsere Augen sind im modernen Alltag Belastungen ausgesetzt, die ihnen schaden. So werde Kindern, bei denen die Kurzsichtigkeit zunimmt, beispielsweise empfohlen, jeden Tag ein bis zwei Stunden draußen zu spielen.