Die Corona-Krise hat längerfristige Folgen, zum Beispiel für die Auszubildende Rosa. Sie merkt, dass sie derzeit im Betrieb viel weniger lernt und ihr Nebenjob in der Kletterhalle wurde während der Pandemie vorerst gekündigt.

Corona hat nicht nur der Wirtschaft geschadet, sondern auch der Lebenssituation vieler Menschen. Darunter fallen zahlreiche Jüngere, die gerade mitten in der Ausbildung oder kurz vor dem Berufseinstieg stehen. Weil Jobs wegfallen und Ausbildungen pausieren, durchleben sie gerade unsichere Zeiten.

Auch Rosa macht gerade eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin. Während Corona steht jedoch die Produktion still und die Azubis bekommen Aufgaben zugewiesen, die nur wenig der eigentlichen Ausbildung und den Lernzielen zu tun hat.

"Wir haben vor uns hingedümpelt, könnte man fast sagen."
Rosa macht eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin

Vor vollendete Tatsachen gestellt

Normalerweise werden Azubis nach der Ausbildung übernommen. Wegen Corona wurden aber die Verhandlungen mit den Gewerkschaften auf Eis gelegt, was bedeutet, dass viele Azubis in eine ungewisse Zukunft schauen. Trotzdem sieht sich Rosa in einer privilegierten Position. "Weil ich nach meiner Ausbildung auch noch studieren möchte. Ich muss danach nicht unbedingt in meiner Firma arbeiten." Bei ihren Kollegen sieht das schon kritischer aus. Die hatten sich darauf eingestellt, nach der Ausbildung eine hundertprozentige Übernahmegarantie genießen zu dürfen.

"Ich habe das Gefühl, dass da sehr wenig Raum für Forderungen von Azubis und jungen Menschen ist."
Rosa macht eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin

Die Mitteilung, nicht übernommen zu werden, kam für Rosas Kollegen aus dem Nichts. "Da verstehe ich auch, dass die Stimmung nicht gut ist", sagt sie. Bei den Maßnahmen hätten die Azubis wenig mitzureden gehabt, so Rosa. Für sich selbst hofft sie, dass sie ihren alten Nebenjob in einer Kletterhalle wieder aufnehmen kann. Der wurde ihr im Zuge der Pandemie erstmal gestrichen. Von der Politik wünscht sie sich mehr Schutz für Azubis sowie Bleibeperspektiven innerhalb der Ausbildungsbetriebe. Dass sie im Vergleich zu all den anderen gesellschaftlichen Problemen aktuell genug Gehör findet, findet sie nicht.