Christian Seidel war 18 Monate lang Christiane. Als Frau hat er eine faszinierende Welt entdeckt, die ihm als Mann völlig unbekannt war. Wenn da nicht die Männer gewesen wären.

Christian Seidel ist als Mann zur Welt gekommen und so soll es auch bleiben. Aber für ein Jahr hat er sich in Christiane verwandelt um zu verstehen, wie es sich anfühlt, in einer von Männern dominierten Welt als Frau wahrgenommen zu werden. Zu Beginn seines Experiments ging Christiane als das krasse Gegenteil von dem durch die Welt, was ihr Alter Ego Christian verkörpert. Mit Minirock, High Heels und blonder Perücke.

"Als ich zum ersten Mal als Frau auf die Straße raus bin, war da direkt das schockierende Gefühl von Schutzlosigkeit.“
Christian Seidel, Buchautor

Es ist ein ständiges Abtasten und Beobachten. Schnell passt Christiane ihr Ausehen an. Schminkt und kleidet sich dezenter. An den Blicken ändert das nichts. Und die Männer verhalten sich da alle gleich. Ohne Ausnahme.

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Selbstverständlich führen nicht alle Männer Böses im Schilde, aber im Laufe dieses Jahres erlebt Christiane eine Situation, die sie sich niemals hätte vorstellen können. Eines Tages, nach dem Einkaufen überfällt ein Mann sie in einem Park und versucht sie zu vergewaltigen.

"Das Gefühl in Gefahr zu sein hat mich immer wieder unterschwellig begleitet. Genau wie andere Frauen auch, mit denen ich mich über diese Phänomen unterhalten habe.“
Christian Seidel, Buchautor

Es ist nur beim Versuch geblieben. Seit einiger Zeit trainiert Christiane Taekwondo. Im richtigen Moment kann sie dem Mann einen kräftigen Schlag verpassen und fliehen.