Ein Körper, der müde ist, holt sich seinen Schlaf - irgendwann. Blöd nur, wenn wir dann gerade Auto fahren. Oder eine Zigarette rauchen. Oder eine Pizza im Ofen steckt.

Bis zu 200.000 Brände registrieren die Feuerwehren jährlich. Jeder fünfte Brand lässt sich auf menschliches Fehlverhalten zurückführen. Mal lässt jemand eine Kerze brennen. Oder die Ofentür ist nicht richtig zu. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass Menschen einfach einschlafen, obwohl sie sich eben noch eine Zigarette angesteckt haben. Aktuell ist das einer 17-Jährigen in Rendsburg passiert, die gerettet werden konnte. Erst im Mai ist eine Frau in Aachen an den Folgen eines solchen Brands gestorben.

Der Schlafforscher Lennart Knaack sagt: "Das ist schon sehr gefährlich, wenn man auf der Autobahn fährt und denkt: 'Huch! Was ist denn die letzten fünf Kilometer passiert?'"

"Müdigkeit ist tückisch."
Schlafforscher Lennart Knaack

Früher ist Lennart Knaack oft von Marburg bis nach Marseilles gefahren, erzählt er. 1.200 Kilometer am Stück. "Das sollte keiner machen", meint er heute. Denn Müdigkeit ist tückisch. Und gefährlich ist es, weil wir sie oft unterschätzen.

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So sieht Schlaf am Bildschirm aus: Lennart Knaack zeigt den Übergang zu den charakteristischen Theta-Wellen.
"Viele Studien zur Vigilanz und zur Reaktionszeitmessung zeigen, dass es ein ganz klassisches Charakteristikum ist, dass man den Sekundenschlaf falsch einschätzt."
Schlafforscher Lennart Knaack

Die deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin hat eine Umfrage zu dem Thema gemacht. Laut dieser ist jeder vierte Autofahrer schon mindestens einmal am Steuer eingeschlafen. 43 Prozent der befragten Autofahrer glauben, sie könnten den Zeitpunkt des Einschlafens sicher vorhersehen.

Doch es ist genau anders herum, meint Lennart Knaack: Autofahrer überschätzen ihre Fitness im Auto. Wir würden zwar denken, wir seien noch fit. Doch dann kommt plötzlich der Sekundenschlaf.

Schlafen ist essenziell

Unser Körper sendet uns Warnsignale, wenn er müde wird. Wir sehen dann verschwommen oder blinzeln häufiger, sagt Lennart Knaack. Und er hat einige Tipps für uns, um wach zu bleiben:

  • Frische Luft macht wach
  • Autopause einlegen und sich bewegen
  • Sich kneifen kann auch kurz helfen

Noch wichtiger sei es aber, meint Lennart Knaack, dass wir generell ausreichend schlafen. Denn wenn wir das nicht tun, versetzen wir unseren Körper in einen ungesunden Stresszustand, meint er.

"Schlafen und Wachen sind zwei essenziell zur Gesundheit gehörende Phänomene, die unser Nervensystem braucht."
Schlafforscher Lennart Knaack

Vor der nächsten langen Fahrt - in den Urlaub beispielsweise - sollten wir abends nicht zu viel Alkohol trinken, leichte Kost essen und rechtzeitig ins Bett gehen. Und: "Auch als junger Mensch Pausen machen."