Auf der Automobilmesse IAA bejubeln gerade alle die selbstfahrenden Autos - oder die autonomen Fahrzeuge, wie es richtigerweise heißt. Aber keiner hat an die Städte und Gemeinden gedacht. Die verdienen eine Menge Geld mit unserer Falschparkerei. Und das tun die autonomen Autos ja nicht. In Wirklichkeit sind sie also wahre Wirtschaftskiller.

In der Automobilbranche rechnet man damit, dass wir in etwa 15 Jahren selbstfahrende Autos fahren werden. Dann ändert sich also eine ganze Menge auf den Straßen. Fachleute gehen zum einen davon aus, dass es im Straßenverkehr sicherer wird. Bei Tests von Google hatten die autonomen Fahrzeuge auf zwei Millionen Testfahrt-Kilometern elf Unfälle - und an keinem waren sie Schuld. Zum anderen könnte aber ein ganzer Wirtschaftsbereich zusammenbrechen. Wenn die perfekten Autos nämlich nichts Verbotenes mehr tun und es keine Bußgelder mehr gibt.

"Ich bin nicht mehr zu schnell, ich nehme dir nicht mehr die Vorfahrt, ich kann wegen der IT im Auto kein Stoppschild mehr überfahren. Und ich parke auch nur noch dort, wo es erlaubt ist."
DRadio-Wissen-Autorin Kathrin Sielkerf

Viele Städte bauen ihren Haushalt auf den Erträgen auf, die sie aus unseren Fehlern im Straßenverkehr erwirtschaften. Und bricht dieser Wirtschaftszweig weg - parkt keiner mehr falsch - haben sie ein Problem. In Los Angeles haben Mathematiker von der Brookings Institution - das ist eine Denkfabrik für öffentliche Politik in den USA - mal durchgerechnet, was das bedeuten würde. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass in Los Angeles 160 Millionen Dollar pro Jahr fehlen würden.

"Wenn selbstfahrende Autos flächendeckend kommen, sind Schulen, Gerichte und Infrastrukturprojekte in L.A. finanziell gefährdet. Außerdem hätten viele keinen Job mehr."
DRadio-Wissen-Autorin Kathrin Sielkerf

Die Städte und Gemeinden auch hier in Deutschland sind also gut beraten, sich jetzt schon mal auf diese Veränderungen einzustellen und sich neue Geschäftsmodelle zu überlegen. Sollte sich das selbstfahrende Auto durchsetzen. Woran die meisten glauben.