"Was sollen nur die Nachbarn denken?" Die Floskel kennt man wohl nur noch von Großmüttern. Sie beschreibt aber eine Tatsache: Unsere Selbstwahrnehmung ist anders als das, was unser Gegenüber von uns denkt. In der Ab 21 besprechen wir, warum uns genau das egal sein sollte.

Evelin hat sich bei der Berufswahl von den vermeintlichen Erwartungen ihres Umfelds leiten lassen. Nach Monaten der Unzufriedenheit schmeißt sie ihre Ausbildung und auch das Studium. Der Erwartungsdruck macht sie sogar krank. Erst beim dritten Anlauf folgt sie ihren eigenen Wünschen, macht, was sie wirklich will - und wird glücklich.

Warum grübeln wir darüber nach, was die anderen über uns denken?

Weil wir als Menschen in einer Gesellschaft leben, ist die Meinung der anderen für uns instinktiv unglaublich wichtig, sagt Carolin Müller. Die Psychologin empfiehlt deswegen, an einer Balance zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung zu arbeiten. Wie das geht, erklärt sie im Podcast.

Fakten zu Selbst- und Fremdurteilen

  • Wir überschätzen die Urteile und Aufmerksamkeit der anderen oft – das haben Forschende schon vor knapp 20 Jahren herausgefunden. Während wir Angst haben, dass unser Gegenüber uns für immer als Tollpatsch abgespeichert hat, weil die Person einen Fleck auf unserer Kleidung gesehen hat, hat die Person es meistens schon längst vergessen.
  • Im Grunde beurteilen uns Menschen nach zwei Dingen, so amerikanische Wissenschaftlerinnen: An der emotionalen Wärme – also ob wir als freundlich und mit guten Absichten wahrgenommen werden – und nach der Kompetenz, diese Absichten auch zu verwirklichen.