Die Bill & Melinda Gates Foundation gibt Millionen aus, damit das Kondom der Zukunft entsteht: Es soll benutzerfreundlicher sein, sich gut anfühlen und günstiger werden. Wie das geht, erklärt Stephan Beuting.

Die deutsche Kondomfirma Einhorn macht gerade Werbung mit dem Slogan: Ein Kondom, drei Orgasmen. Darüber haben wir in der Sendung Schaum oder Haase berichtet.

Im Streit geht es um Werbung und Fairness, die Bill & Melinda Gates Foundation will einen Schritt weitergehen, die großen Probleme lösen und dann das Kondom der Zukunft entwickeln. Dafür hat sie einen Wettbewerb ausgeschrieben. Dieses Kondom soll Spaß machen. Bislang nutzen nur fünf Prozent der Männer regelmäßig Kondome, mit der Folge, dass sich Geschlechtskrankheiten und HIV verbreiten. Die Kondomabneigung kommt auch daher, dass sich Sex mit Kondom einfach nicht so gut anfühlt, wie ohne. Doch die Lösung ist nah. Von 812 Teilnehmern sind elf im Finale. Jeder der Finalisten hat 100.000 US-Dollar Entwicklungsprämie bekommen.

Wenn Sex mit Gummi besser ist, als ohne

Die ersten Kondomentwicklungen gibt es schon:

  • eins sieht aus wie ein Knallbonbon und man kann es schon beim Öffnen der Verpackung aufziehen
  • das Graphem-Kondom ist stabil, flexibel und gut wärmeleitend
  • ein anderes Kondom ist mit Nanopartikeln beschichtet und darum besonders wasserabweisend, das macht es extrem gleitfähig
  • das Ultrathin Adaptable Condom for Enhanced Sensitivity sitzt erstmal lose auf und wird fest, wenn es zur Sache geht
  • und dann ist da noch das Hydrogel-Kondom von Robert Gorkin: Hydrogel besteht fast nur aus Wasser, kleine langkettige Polymere sorgen dafür, es formbar ist und dann elastisch in Form bleibt. Das Versprechen: Der Sex damit soll sich besser anfühlen als ohne Gummi
"Das Ganze soll am Ende mit Kondom besser sein, als ohne."
Stephan Beuting über das Hydrogel-Kondom