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Husten, Kurzatmigkeit und Schlappheit: Eine Corona-Infektion kann dauerhafte Spuren hinterlassen. Zwei Frauen berichten in dieser Ab21-Ausgabe über Langzeitfolgen ihrer Covid-19-Erkrankung.

"Mehrere Wochen habe ich direkt nach dem Aufstehen an einem Aschenbecher gerochen, um zu testen, ob ich wieder irgendwas rieche."
Lisa über den Verlust ihres Geruchssinns

Ein eingeschränkter Geruchssinn gehört zu den häufigsten Symptomen nach einer Corona-Infektion. Wie nun die Studie eines internationalen Forschungsteams um Jerome R. Lechien ergab, sind besonders häufig Patientinnen und Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf davon betroffen.

So wie Lisa. Sie erkrankte Mitte März 2020 an Covid-19. Nach einem milden Verlauf hatte sie lange keinen Geruchssinn mehr. Inzwischen kann sie ihrer Nase wieder ganz gut vertrauen. Aber die Langzeitfolgen ihrer Erkrankung spürt sie noch immer, erzählt sie im Podcast.

Covid-Folgen noch Monate später

Jung und fit – so fühlte sich auch die 26 Jahre alte Elisa vor ihrer Covid-Erkrankung im November 2020. Wie Lisa hatte auch sie einen milden Krankheitsverlauf und kämpft noch heute mit Symptomen wie Atemnot, Husten oder dem Verlust ihrer räumlichen Orientierung. Früher habe sie nach dem Gassigehen mit ihrem Hund problemlos nach Hause gefunden, erzählt sie. Heute brauche sie ein Navigationsgerät oder eine Begleitung. Diese Langzeitfolgen bereiten Elisa große Sorgen.

"Es ist furchteinflößend, dass keiner weiß, ob ich jemals wieder so fit werde wie vorher."
Elisa über die Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung

In immer mehr Städten in Deutschland gibt es inzwischen Anlaufstellen für Menschen mit lang anhaltenden Beschwerden, sogenannte Covid-Nachsorge-Ambulanzen. Ulrich Matt leitet eine solche Ambulanz an der Universitätsklinik Gießen und erklärt im Podcast, wie Patientinnen und Patienten bei der Corona-Nachsorge geholfen wird.

Wissenswertes zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung:

  • Die Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung werden häufig "Long Covid" genannt. Für das neuartige Krankheitsbild gibt es aufgrund der sehr unterschiedlichen Symptome noch keine einheitliche Definition. So lassen sich laut Robert Koch Institut (RKI) nach Intensivbehandlungen manchmal Auswirkungen auf die Organe beobachten. Darüber hinaus kommen auch bei milderen Verläufen längerfristige Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen, Gedächtnisprobleme oder Wortfindungsstörungen vor. Auch wird von ungewöhnlichen Symptomen wie plötzlichem Erbrechen und starkem Schwindel berichtet.
  • Wie viele Menschen von Long Covid betroffen sind, lässt sich derzeit laut RKI noch nicht verlässlich sagen. Daten des National Institute for Health Research in England legen nahe, dass bei 40 Prozent der Menschen, die im Krankenhaus behandelt wurden und bei 10 Prozent der Patienten mit einem milden Krankheitsverlauf die Symptome länger als vier Wochen andauern. Eine Studie aus dem chinesischen Wuhan ergab kürzlich, dass 76 Prozent der Patientinnen und Patienten auch ein halbes Jahr nach ihrer akuten Erkrankung noch an mindestens einem Symptom leiden.
  • Post-Covid-Ambulanzen, also Anlaufstellen für Menschen, die nach einer Corona-Infektion noch Folgen spüren, gibt es inzwischen in ganz Deutschland. Hier findest du eine Übersicht, hier findest du zudem eine Liste von Corona-Selbsthilfegruppen.

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  • Ab 21
  • Moderatorin :  Shalin Rogall
  • Gesprächspartnerin :  Elisa Geißler, hat nach einer Covid-Erkrankung Schwierigkeiten, sich räumlich zu orientieren
  • Gesprächspartnerin :  Lisa, hat seit einer Corona-Erkrankung einen beeinträchtigten Geruchssinn
  • Gesprächspartner :  Ulrich Matt, Leiter der Covid-Nachsorge-Ambulanz an der Universitätsklinik Gießen