Weil sie wütend war, dass sie selbst so wenig über weibliche Ejakulation wusste, hat Stephanie Haerdle ein Buch darüber geschrieben. In Eine Stunde Liebe erzählt die Kulturwissenschaftlerin, warum es sich lohnt, mehr darüber zu erfahren – nicht nur für Frauen.

"Rollen wir den roten Teppich aus für nasse Betten, weibliche Säfte, feuchte Orgasmen und die Femmes-Fontaines. So werden ejakulierende Frauen in Frankreich genannt."
Stephanie Haerdle, Kulturwissenschaftlerin

In ihrem Buch "Spritzen – Geschichte der weiblichen Ejakulation" beschreibt Stephanie Haerdle zum Einstieg, wie viel Wissen es in Sexualratgebern im alten China oder Indien zum Thema früher schon gab. In den Texten steht, wie Frauen am besten spritzen können, wie wichtig das für ihre Gesundheit und auch die ihrer Partner sein kann.

Wissen um die Ejakulation der Frau ging verloren

Stephanie Haerdle, die auch Gender Studies studiert hat, erzählt davon, wie nach der Aufklärung das Wissen über weibliche Ejakulation langsam verloren ging – aber auch, wie es in den 1970er Jahren in Nordamerika durch weibliche Superheldinnen der Ejakulation wiederentdeckt wurde. Die Geschichte der weiblichen Ejakulation ist auch eine Geschichte der Abwertung des weiblichen Körpers und der Unterdrückung der weiblichen Lust, sagt Stephanie Haerdle.

Am Rande: Weibliche Ejakulation wird übrigens auch Squirting genannt. Allerdings sind das nach jetzigem Wissensstand zwei verschiedene Vorgänge, die aber gleichzeitig auftreten können.

"Die Geschichte der weiblichen Ejakulation ist weit über 2000 Jahre alt. Und ich fand es schockierend, dass wir nichts davon wissen."
Stephanie Haerdle, Kulturwissenschaftlerin

Dazu gibt es in Eine Stunde Liebe ein Liebestagebuch mit Klara. Die Studentin erzählt, wie eine Privat-Party mit fünf Freundinnen und Freunden sich plötzlich in eine kleine Orgie verwandelte.