Sie kämpfen auf Seiten der pro-russischen Separatisten oder der Ukraine - Kampfer aus ganz Europa. Und dabei haben die Gegner viel mehr gemein, als man zunächst denken könnte.

Das Warschauer Institut für Internationale Beziehungen hat sich die Kämpfer in der Ostukraine genauer angesehen. Klar ist - auch Deutsche greifen in der Ostukraine zu den Waffen. Die Zahl von über hundert, die in einigen Zeitungsberichten genannt wurde, hält unser Korrespondent Jan Pallokat allerdings für übertrieben. Das Warschauer Institut für Internationale Beziehungen geht eher von zehn bis zwanzig Deutschen aus, die meisten davon sogenannte Russlanddeutsche. Darunter offenbar eine Pressesprecherin in Slowjansk.

Die meisten ausländischen Kämpfer stammen aus der ehemaligen Sowjetunion - etwa Georgier und Tschetschenen, die auf beiden Seiten zu finden sind. Dann sind da aber auch Franzosen oder Italiener, die in der Ostukraine kämpfen wollen.

Die Motivation dieser Kämpfer? Hinter den Slogans, für oder gegen Russland kämpfen zu wollen oder die Ukraine zu verteidigen, hat Kacper Rękawek vom Warschauer Institut für Internationale Beziehungen noch etwas anderes herausgearbeitet: Die Freiwilligen hegen einen tief verwurzelten Hass - auf die Vereinigten Staaten, auf die Europäische Union und auf westliche Werte. Was die Kämpfer besonders abstößt: Liberalismus, Feminismus, die Postmoderne - das alles sei Müll und Dreck. Stattdessen sehnen sie sich nach einem klaren Bezugsrahmen: der Nation, einem starken autoritären Führer. Außerdem bedient der Krieg in der Ostukraine auch ein bestimmtes Männerbild: Hier sind klare Befehle, Hierarchien und Kameradschaft gefragt. Macht übt aus, wer den Finger am Abzug hat.

Nur an Putin scheiden sich die Geister

Die Studie aus Warschau kommt zu dem Schluss, dass sich die Kämpfer aus Westeuropa nicht für Freiheit oder den Rechtsstaat einsetzen - selbst wenn sie auf ukrainischer Seite kämpfen. Stattdessen einen Kämpfer auf beiden Seiten der Front nationalistische und rechte Ideen. Die Geister scheiden sich dann nur noch an Wladimir Putin. Die einen sehen im russischen Präsidenten eine Art Heiland - die Führungsfigur für eine rechtsnationale europäische Internationale, so Jan Pallokat. Und die anderen setzten da eher auf die Ukraine und deren Kampf um die Nation.