Es soll eine der größten Kohleminen der Welt werden – und Siemens will sich an dem Bau beteiligen. Fridays for Future und andere Umweltaktivisten protestieren dagegen. Jetzt haben sich Siemens-Chef Joe Kaeser und Aktivistin Luisa Neubauer zum Gespräch getroffen. Siemens kündigte an, seine Beteiligung am dem Projekt bis Montag zu überdenken.

Konkret geht es um eine Signalanlage von Siemens für eine etwa 200 Kilometer lange Zugstrecke, die das Steinkohle-Bergwerk an das reguläre australische Schienennetz anbinden würde. Der indische Adani-Konzern plant das Mega-Bergwerk. Es soll bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern, die dann nach Indien exportiert würden.

Seit Jahren kämpfen Umweltschützer gegen die Pläne. Und schon im Dezember hatte Kaeser per Twitter mitgeteilt, die Protestierenden hätten eine Antwort verdient – er werde sich bei ihnen melden.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Am Freitag (10.01.) haben sich nun Joe Kaeser und Luisa Neubauer von Fridays for Future (FFF) zu einem Gespräch getroffen. Im Anschluss an das etwa einstündige Treffen sagte Kaeser, der Auftrag werde geprüft. Er bot Neubauer außerdem einen Posten im Aufsichtsgremium der Unternehmenstochter Siemens Energy an. Die Klimaschützerin wollte das Angebot nicht kommentieren. Sie twitterte aber, Siemens müsse von dem Vertrag zurücktreten und sich seiner Verantwortung stellen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Siemens kommuniziert schon seit Jahren, dass das Unternehmen bis 2030 klimaneutral werden will. Zu diesem Ziel passt der neue Auftrag nicht. Andererseits: Siemens beteiligt sich auch am Neubau eines Kohlekraftwerks in China. Und bei dem Projekt in Australien geht es um eine Summe von rund 18 Millionen Euro.

"Joe Kaeser hat gesagt, dass es ein schwieriger Balanceakt sei zwischen Reputation, Vertragstreue und den Interessen der Aktionäre."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Es ist also kein leichter Job für Joe Kaeser, wie er selbst bemerkte, sagt unsere Reporterin Verena von Keitz. Er muss zwischen den verschiedenen Interessen abwägen. Doch vor dem Hintergrund der Feuer in Australien liegt das Augenmerk der Öffentlichkeit nun ganz besonders auf dem Kohleprojekt.

Frau und Mann mit einem Plakat: "Siemens, schür kein Feuer!"
© dpa
"Siemens, schür kein Feuer!" - Luisa Neubauer und Nick Heubeck von FFF.

Sollte Siemens tatsächlich aus dem Projekt aussteigen, könnte das das Aus für die geplante Mine bedeuten, so schreibt unter anderem die "FAZ": Denn zwei andere Firmen, die für die Signal-Technik im Gespräch waren, haben schon einen Rückzieher gemacht. Und für die neue Zug-Strecke gibt es in Australien hohe Sicherheitsauflagen. Die entsprechende Technik können tatsächlich nur wenige Firmen liefern.