Dorian und Theresa sind Ärzte. Er kommt aus Hamburg, sie aus Spanien. Die beiden sind ein Paar. Sie leben und arbeiten seit einem halben Jahr in Sierra Leone. In Serabu sind sie die einzigen Ärzte im Umkreis von 50 Kilometern. Doch seit der Ebolaepidemie haben viele Menschen Angst vor Krankenhäusern.

"Hier macht Medizin Sinn. Den Sinn, den ich suche finde ich hier."
Theresa über ihre Arbeit in Sierra Leone

In Sierra Leone gibt es nur 100 Ärzte - bei sechs Millionen Einwohnern. Trotzdem ist im Krankenhaus von Serabu nur jedes zweite Bett belegt. Theresa weiß warum: "Das Hauptproblem ist, dass die Leute nicht ins Krankenhaus kommen. Im ganzen Land. Wenn ich mir vorstelle eine Frau braucht einen Kaiserschnitt und nicht ins Krankenhaus kommt und keiner den Kaiserschnitt machen kann, dann stirbt diese Frau. Die Leute kommen nicht!"

Angst vor Ebola

Der Grund dafür ist die Ebolaepidemie: Die Menschen denken, dass sie sich im Krankenhaus mit Ebola infizieren könnten - und das obwohl die Ebolaepidemie in Sierra Leone überwunden ist.

Im Krankenhaus in Serabu gab es acht Ebolafälle, die Klinik ist gar nicht dafür ausgelegt, darum wurden die Kranken in Spezialzentren verlegt. Trotzdem müssen sich Dorian und Theresa immer noch schützen: Sie tragen Handschuhe, wenn sie die Kranken berühren. Da ist immer noch die Angst, Ebola könnte doch wieder eingeschleppt werden.

"Ich weiß dass es Ebola gibt. Und ich weiß, dass wenn ich arbeite ich mich schützen muss."
Dorian über Ebola in Sierra Leone

"Alleine, dass wir hier sind, macht den Unterschied"

Dorian und Theresa wollen helfen. Dafür nehmen sie einige Opfer auf sich: Sie haben keine Freunde in Serabu, niemanden, der ihnen zuhört. Freunde aus Europa werden sie dort nicht besuchen - zu weit weg. Trotzdem glauben die beiden an ihre Arbeit. "Alleine, dass wir hier sind und es tun, macht den Unterschied", sagt Dorian.