Joel ist an Krebs erkrankt und stirbt. Sein Vater, ein Spieleentwickler, programmiert daraufhin ein Computerspiel: Über seinen Sohn, der ums Überleben kämpft.

Ein Vater verliert seinen fünfjährigen Sohn durch einen Tumor. Danach entwickelt er ein Computerspiel mit genau dieser Handlung: Der Spieler erlebt, wie der kleine Joel an Krebs erkrankt und seine Eltern um sein Leben kämpfen.

Mehr als 100.000 Dollar via Kickstarter

Ryan, der Entwickler des Games "That Dragon, Cancer", erzählt seine wahre Geschichte. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat er mehr als 100.000 Dollar von Unterstützern eingesammelt. Mit diesem Geld hat er das Spiel realisiert. "Wir haben das Projekt begonnen, weil wir dachten, dass wir ein Wunder dokumentieren würden", sagt er.

Der Begriff Computerspiel ist für "That Dragon, Cancer" nicht ganz passend. Es ist nämlich kein Spiel im klassischen Sinne mit einem Gegner oder einer Aufgabe. Die Figuren haben keine Gesichter, sie sehen abstrakt aus.

"Auf mich wirkt das ganze mehr wie ein Kunstwerk anstatt eines Computerspiels."
Julian, hat mit Thomas "That Dragon, Cancer" getestet

"Walking-Simulator" werden solche Spiele genannt: Wander-Simulationen. Und das ist meistens abschätzig gemeint. Spiele, in denen der Spieler nur herumläuft, ohne Gegner, ohne Rätsel, passen nicht in das übliche Computerspiel-Schema. Bei Thomas funktionieren solche Spiele, sagt er.

"Zwei, drei Stunden bin ich von 'That Dragon, Cancer' gefesselt. Julian hingegen lässt es kalt. Wo ich mich ohnmächtig und hilflos fühle, fehlt es ihm an typischen Spielmechaniken."
Thomas Ruscher, DRadio Wissen

Dieser Drache namens Krebs ist kein Endgegner, und er lässt sich nicht besiegen. Joel ist vor anderthalb Jahren gestorben. Der Spieler trifft ihn in der Virtualität nach seinem Tod wieder. Er sitzt in einem Wald und isst Pfannkuchen. Es geht ihm gut. Und wie sein Vater diese Szene darstellt, wie er mit dem Tod seines Kindes umgeht - das hat etwas Tröstliches.