Skimatten statt Pulverschnee: Das neue Skifahren könnte ohne gefrorenes Wasser auskommen. Gut für die Skifahrenden, denn Skifahren können sie trotzdem. So richtig ökologisch sind die Plastikborsten leider nicht.

In manchen Skigebieten gibt es die Befürchtung, dass es in ein paar Jahren so an Schnee mangelt, dass auch im Winter nur noch Mountainbiker kommen. Heute schon werden Schneekanonen benutzt, damit die Pisten weiß sind. Die Kanonen verbrauchen viel Wasser und Energie, sind ökologisch zumindest fragwürdig. Eine Alternative, die gar nichts mit Schnee zu tun hat, sind Kunststoff-Skimatten.

Sie erinnern ein bisschen an Kunstrasen, haben ähnliche Borsten und können ganz verschiedene Farben haben. Sie lassen sich zum Beispiel am Hang befestigen, es gibt sie aber auch für den Langlauf. Manche müssen mit Wasser besprüht werden müssen, damit die Ski rutschten, aber es gibt auch welche, die ohne Wasser funktionieren. Diese Skiplastikmatten sind wie ein Kunststoffteppich, der ausgerollt wird.

Mattenpiste in Kopenhagen

In Deutschland werden die Matten bisher in Skischulen genutzt oder als Rodelbahn. In Großbritannien gibt es viele solcher Skimatten in Ski- und Snowboardcentern. In Dänemark ist eine Piste Mitten in Kopenhagen angelegt worden. Das Land ist ansonsten ziemlich flach und nicht unbedingt zum Skifahren geeignet und so sollen die Dänen dazu gebracht werden, im eigenen Land Ski zu fahren.

"In Dänemark, mitten in Kopenhagen gibt es seit Anfang des Jahres auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage eine Plastikskipiste. Das klingt bisschen verrückt."
Damaris Diener, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Einen kompletten Hang mit dem Plastikbelag auszulegen, ist auch recht kostspielig. Und dann sind da noch die Skifahrenden: Sie lieben das Fahrgefühl auf echtem Schnee. Die Matten sind bisher auch eher eine Ergänzung zum Schnee oder für Regionen, in denen keine Schneekanonen benutzt werden können.

Plastikteilchen in der Natur

Die Hersteller sagen, die Matten seien umweltfreundlicher als Schneekanonen, weil sie bis zu zehn Jahre genutzt werden können, berichtet unsere Reporterin. Der Vorsitzende des BUND Sachsen Felix Ekardt warnt allerdings, dass große Mengen kleiner Plastikteile in die Umwelt gelangen und fossile Energiequellen für Herstellung und Betrieb zum Einsatz kommen.

"Es drohen Mikroplastikausträge, Bodenverdichtungen, außerdem werden bei Plastikmatten, genau wie bei Schneekanonen, fossile Brennstoffe eingesetzt. Deswegen bleibt der Skitourismus problematisch."

Beim Winterurlaub ist die Anreise wirklich klimaschädlich. Felix Ekardt vom BUND Sachsen bezweifelt aber, dass Skimatten in der Stadt – wie in Kopenhagen – wirklich vom Reisen abhalten.

"Es ist schon besser, wenn ich eine Sportoption direkt in der Stadt vor meiner Nase vorfinde. Und ich glaube nur bedingt, dass jemand durch ein städtisches Angebot von seinem Urlaub ablässt."