Netflix und Amazon zwingen andere Konzerne, sich zu vergrößern. So hat Comcast für umgerechnet 33 Milliarden Euro jetzt Sky übernommen. Für die deutschen Kunden könnte das bedeuten: höhere Preise, mehr Serien.

Der US-amerikanische Kabelnetzbetreiber und Medienkonzern Comcast hat den europäischen Pay-TV-Sender Sky übernommen. Er bezahlt eine Summe von umgerechnet 33 Milliarden Euro und hat damit den Konzern 21st Century Fox überboten, der ebenfalls Interesse an Sky hatte.

Was bedeutet die Sky-Übernahme für die Verbraucher?

Das meiste Geld verdient Sky in Großbritannien und Irland. Aber auch in Deutschland hat der Sender mehrere Millionen Kunden, vor allem für die Übertragung von Fußball und anderen Sportereignissen. Auch die Serie "Game of Thrones" lief erstmals auf Sky.

Für die deutschen Nutzer von Sky könnte der Deal höhere Abo-Gebühren bedeuten, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat - weil Comcast den Kaufpreis refinanzieren muss. Andererseits: Sky könnte getrieben von Netflix und Amazon auch vermehrt eigene Serien anbieten. Das würde auch passen: Der neue Besitzer Comcast hat den Fokus bisher nicht auf Sport gelegt.

"Das Spiel heißt Streaming, und der finstere Lord im Hintergrund heißt Netflix. Alle klassischen Medienkonzerne müssen da mithalten. Es gibt also auch nicht endlos Spielraum bei der Preisschraube, sonst wechseln die Kunden zur Konkurrenz."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Wie viele Kunden welches Medienunternehmen in Deutschland hat, ist schwierig zu sagen. Sky nennt ungefähr fünf Millionen Kunden in Deutschland. Netflix gibt keine Zahlen an, könnte Sky in Deutschland aber bald überholen, glauben manche Experten. Die User-Zahlen von Amazon Video zu ermitteln, ist seit jeher schwierig, weil das Video-Streaming-Angebot mit dem Service "Prime" gekoppelt ist, das kein reines Video-Angebot ist und zum Beispiel kürzere Lieferzeiten der bei Amazon gekauften Waren garantiert.

Im Mai 2018 hat Netflix Disney überholt und wurde zum wertvollsten Medienkonzern der Welt

Konzentration von Medienkonzernen als Reaktion auf Marktmacht von Netflix und Amazon  

Comcast und Konkurrent 21st Century Fox wollten Sky schon seit zwei Jahren übernehmen und hatten immer wieder bestimmte Summen geboten. Letztendlich hatte die britische Börsenaufsicht dann festgelegt, dass der Käufer in einem verbindlichen Bieterverfahren bestimmt wird.

Und Sky ist kein Einzelfall: Seit Jahren gibt es immer wieder Übernahmen von Medienkonzernen. 21st Century Fox gehört jetzt zu Disney. Comcast hatte ebenfalls Interesse an 21st Century Fox, hatte dann aber den Kürzeren gezogen. Die Übernahmen und Zusammenschlüsse sind auch aus der Befürchtung heraus motiviert, die Unternehmen könnten den Anschluss an Netflix und Amazon verlieren.