In den USA haben Ermittler bei Amazon die Daten von Alexa angefordert, um einen Mordfall aufzuklären. Auch via FitBit-Daten konnten bereits Verbrechen aufgeklärt werden.

In Arkansas wurde im Whirlpool eines Mannes ein Toter gefunden.  Die Männer hatten am Abend zuvor mit zwei weiteren Freunden gemeinsam Football geguckt und getrunken. Die Frage: Wer hat den Mann im Pool ermordet?

Bereits bei den ersten Verdachtsmomenten half der Polizei ein Smart Device, denn: Jeder im Ort hat ein Smart Water Meter. Der verzeichnete für die Mordnacht einen deutlich erhöhten Wasserverbrauch in dem Haus, in dem der Tote im Whirlpool gefunden wurde. Außerdem wirkte die Terrasse frisch geputzt.

Verräterischer Puls

Im Haus selber fand die Polizei dann ein Amazon Echo – und bat den Konzern um Alexas Aufnahmen aus der Nacht. Aber: Ohne die Zustimmung des Mordverdächtigen darf Amazon die Daten nicht herausgeben. Der hatte sich zunächst lange geweigert, eine Freigabe zu erteilen. Inzwischen hat er zwar zugestimmt, es bleibt aber fraglich ob und wenn ja, was die Polizei überhaupt mit diesen Daten anfangen kann. 

Aber nicht nur Amazons Alexa hilft Ermittlern als digitale Petze. Auch die Daten von Fitness-Armbändern wurden bereits zur Aufklärung von Verbrechen herangezogen. So hat der Fitness-Tracker einer Frau in Connecticut noch Bewegungen im Haus angezeigt, obwohl diese zu dem Zeitpunkt laut Angaben des Ehemanns bereits tot gewesen sein soll. 

"Wir rüsten unser Zuhause in einen kleinen, privaten Überwachungsstaat um. Dass ein schlauer Lautsprecher oder ein FitBit befragt werden, ist erst der Anfang."
Nicole Markwald, USA-Korrespondentin

In einem anderen Fall wurde einer Frau nachgewiesen, dass sie sich einen Überfall ausgedacht hatte. Zum angeblichen Zeitpunkt des Überfalls war ihr Puls laut FitBit völlig normal. Die Polizei verlässt sich natürlich nicht ausschließlich auf die Daten von Smart Devices, aber sie können wichtige Hinweise geben.

Hintergrund zum Thema: