Smartphones auf Konzerten. Das ist so eine Sache. Die, die weiter hinten stehen, sind genervt, weil sie vor lauter Händen und Handys nicht wirklich mitbekommen, was vorne auf der Bühne passiert. Und die Musiker auf der Bühne sind ebenfalls genervt von einem Publikum, das mehr auf die kleinen Displays starrt als auf das, was vorne live und direkt passiert.

Adele hat sich kürzlich richtig aufgeregt auf einem ihrer Konzerte und eine Frau im Publikum direkt angesprochen: "Könntest Du bitte aufhören, mich zu filmen. Ich bin doch hier, in echt." Wurde natürlich von anderen gefilmt und ging durchs Netz.

Das kalifornische Start-up Yondr will damit jetzt Schluss machen und hat ein Neopren-Täschchen entwickelt, in das Besucher am Eingang ihre Smartphones packen. Die Taschen werden dann mit einem Magnet verschlossen. (Die Technik funktioniert genauso wie die Diebstahlsicherung an Klamotten im Laden). Selber öffnen können die Konzertbesucher die Tasche mit dem Handy dann nicht mehr. Nur außerhalb des Konzertraums gibt es Stationen, an denen sich die Tasche entsichern lässt. Aber während der Show müssen sich die Smartphone-Besitzer auf das Konzert konzentrieren, Filmen geht nicht.

Keine Videos von unveröffentlichten Songs

Die verschließbaren Hüllen wurden bereits bei einem Konzert von Alicia Keys im Berliner Club Lido eingesetzt. Auf dem Konzert hat die Künstlerin bisher unveröffentlichte Stücke gespielt und hatte natürlich kein Interesse daran, dass schon vor der Veröffentlichung Videos im Netz auftauchen.

"Ein Nachteil an den Dingern ist sicherlich, dass die in gewissem Maße auf Freiwillige Selbstkontrolle setzen, aber mit dem Argument könnte man ja fast jedes Verbot kippen."
Anke van de Weyer, DRadio-Wissen-Autorin

Bedenken zu diesen Anti-Film-Taschen gibt es natürlich auch. Zum Beispiel, wenn es während des Konzerts einen Notfall gibt. Im Moment gibt es noch keine Möglichkeit, die Taschen alle auf einen Schlag zu öffnen. Bisher werden die Taschen allerdings auch nur bei kleineren Veranstaltungen ausprobiert.