Wir können Ultraschallsignale nicht hören. Unsere Smartphones aber schon. Mit ultrahohen Tönen aus einem stinknormalen Lautsprecher lassen sich spezielle Apps steuern. Wir bekommen dann Nachrichten oder Werbung.

Nicht alle Töne aus einer Soundanlage im Fußballstadion oder in einer Basketballarena sind auch hörbar. Zumindest nicht beim amerikanischen Basketballteam der Cleveland Cavaliers. Dort werden auch Ultraschalltöne abgespielt. Vor allem während des Spiels. Sie sind so hoch, dass Menschen sie nicht hören können. Unsere Smartphones aber schon - vorausgesetzt die richtige App ist drauf. Dann erscheint bei jedem Korb eine Meldung. Oder eine Rabattaktion poppt auf, wenn wir an einem Hot-Dog-Stand vorbeigehen.

DRadio-Wissen-Reporter Thomas Reintjes hat Rodney Williams von "Lisnr" getroffen. Das Start-up aus Cincinnati hat die Ultraschalltechnik entwickelt: "Die Töne können das Smartphone vibrieren lassen, wenn die Basketballer punkten. Oder sie lassen einen Rabattgutschein auf dem Handy erscheinen."

Ultraschall statt Bluetooth

Das besonders smarte an der Ultraschallkommunikation sind die perfekten technischen Bedingungen: Lautsprecher und Mikrofone gibt es praktisch fast überall. Bluetooth wäre da viel aufwendiger. Veranstalter, wie die Cleveland Cavaliers, können sich die nötigen Hochfrequenzsounds auf einer Webseite generieren lassen und sie dann über ihre Soundanlage abspielen.

Fernsehen langsamer als App

Aber auch Fernsehzuschauer hätten etwas von der Technologie: "Ein Korb oder ein Tor fällt im Fernseher ein paar Sekunden später als in der App. Beides gleichzeitig nutzen macht meistens nur begrenzt Spaß", so Rodney Williams. Die Ultraschalltechnik könnte helfen beides zu synchronisieren. Die App "hört" dazu die Ultraschalltöne aus dem Fernsehprogramm und weiß dadurch, an welcher Stelle im Spiel oder Film der Zuschauer gerade ist. Überhaupt könnte sie alle Geräte im Haushalt synchronisieren.

Datenschützer sehen Ultraschalltechnik kritisch

Wenn Ultraschallsignale in Fernsehwerbung benutzt werden, wird eine extreme Personalisierung möglich, meint Joseph Hall. In Europa, wo wir selbst der Verwendung von Cookies auf Webseiten zustimmen müssen, wäre so ein verstärktes Nutzertracking bestimmt illegal, meint der amerikanische Datenschutzexperte.

"Werbeleute können erfassen, dass wir eine bestimmte Werbung im Fernsehen gesehen haben. Sie können auch besser feststellen, welche Geräte der gleichen Person oder zum gleichen Haushalt gehören."
Joseph Hall ist Datenschützer am Center For Democracy And Technology in Washington

Indische Firmen bieten Ultraschall-Apps bereits an und sind damit sehr erfolgreich. Rodney Williams setzt seine Technik jetzt in Deutschland ein - zwar im Testbetrieb - aber immerhin. In der Nähe von München werde damit experimentiert, erklärt er. Mehr will er aber nicht verraten. Auf seiner Webseite findet sich aber das Logo von Mediamarkt-Saturn.
Also vielleicht doch ziemlich laute Zukunftsmusik.

53 Likes, 2 Comments - The Enquirer (@enquirer) on Instagram: "Rodney Williams is the founder and CEO of LISNR. It's a Cintrifuse and CincyTech company that gives..."
Rodney Williams is the founder and CEO of LISNR. It's a Cintrifuse and CincyTech company that gives artists a new way to connect with fans. The Enquirer/Liz Dufour To read more, go to Cincinnati.Com and search for the story "Area startup nabs $10 million in new investment" by Enquirer reporter Fatima Hussein. #lisnr #overtherhine #otr #otrcincy #otrcincinnati #thisisotr #overtherhinecincy #overtherhinecincinnati #cincinnati #ohio #cincylove #cincy #downtown #downtowncincy #downtowncincinnati #2015 #2010s #november