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Corona hat auf so ziemlich alles Einfluss: Freizeit, Psyche, Arbeit und natürlich auch auf unser Beziehungs- und Sexleben. Eine Studie der Uni Merseburg verrät, wer wie viel Sex im Lockdown hat. Bei Frauen in glücklichen Beziehungen sieht es wohl ganz gut aus.

Wer einen Partner oder eine Partnerin hat, weiß: Im Lockdown verbringt man viel Zeit miteinander. Wer keine(n) hat, weiß auch: Angesichts der Pandemie ist es alles andere als einfach, neue Leute kennenzulernen. Forschende der Hochschule Merseburg wollten deswegen wissen, wie sich der Lockdown speziell auf das Sexleben von Paaren und Singles auswirkt. Dazu haben sie zwischen Juni und Oktober 2020, also nach dem ersten Lockdown, mehr als 3.500 Menschen befragt.

Glücklich verpaarte Frauen hatten im Lockdown mehr Sex

Vor allem Frauen, die in ihrer Beziehung zufrieden sind, ging es im Lockdown offenbar ganz gut – zumindest in Sachen Sex. Im Schnitt hatten sie sechseinhalbmal Sex im Monat. Vorher war das ungefähr viermal, sagt Heinz-Jürgen Voß, Leiter der Studie. In Partnerschaften, in denen es schon vor Corona kriselte, habe sich die Situation im Lockdown allerdings meist verschlechtert oder zumindest nicht verbessert.

Singles leiden in Coronazeiten, wenn es um Sex geht

Bei Singles habe sich die Sexsituation eher verschlechtert. Sie hätten im Schnitt weniger Sex, auch die "psychische Zufriedenheit" habe abgenommen, erläutert Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein.

"Durch Kontaktbeschränkungen, fehlende Partys und geschlossene Bars lernt man natürlich weniger Leute kennen. Und natürlich ist man auch vorsichtiger, mit wem man sich trifft."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein über die Schwierigkeit für Singles, potenzielle Sexpartner oder Sexpartnerinnen kennenzulernen

Auch die Soziologin und Sexualpädagogin Barbara Rothmüller hat im April 2020 mehr als 8.000 Menschen in Deutschland und Österreich zu ihrem Sexleben befragt. In "Eine Stunde Liebe" berichtet sie, dass sich im Frühjahr 2020 viele Menschen gestresst und unsicher fühlten und dadurch weniger Lust auf Sex hatten. Aber es gab auch andere, sagt Barbara Rothmüller.

"In der Studie hat sich gezeigt, dass es Personen gibt, die trotz Pandemie mehr Lust auf Sex hatten. Das sind oft Menschen, die generell erfahrungshungriger sind, was neue Sexualpraktiken angeht. Und die haben sie in der Pandemie dann ausprobiert."

Sextoys und Vibratoren boomen

Auch wenn in Pandemiezeiten ein sorgloses Kennenlernen nicht ohne Weiteres möglich ist, auf ein abwechslungsreiches Sexleben wollen wohl viele nicht verzichten. So gibt zum Beispiel der Erotik-Versandhandel Amorelie an, Ende 2020 170 Prozent mehr Produkte verkauft zu haben als im ersten Lockdown. Und Erotikhändler Eis.de hat erklärt, dass die Nachfrage nach einem bestimmten Vibrator um ganze 300 Prozent gestiegen sei.