Medienhäuser klagen: Noch immer machen sie mit Journalismus im Netz nicht so viel Geld wie mit Print. Wir zeigen drei Beispiele, wie es doch funktioniert. Und dabei geht es um richtig viel Geld.

Als "Ursünde des Online-Journalismus" hat Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer schon öfters das Versäumnis von Medien bezeichnet, in den Anfangsjahren keine Zahlungsbereitschaft bei Lesern etabliert zu haben. So auch auf dem "Vocer Innovation Day", der am Samstag in Hamburg stattgefunden hat. Tatsächlich beklagen Medienhäuser eine Kostenloskultur, einen schlechten Werbemarkt, wenig genutzte Paywalls und "lousy Pennies", die sich wenn überhaupt verdienen lassen. Stirbt der Journalismus langfristig aus?

Wir zeigen euch in dieser Ausgabe neue Wege, um mit Journalismus Geld zu verdienen. Es gibt sie also doch: Die Bereitschaft der Nutzer für Inhalte Geld zu bezahlen. Auf dem Vocer Innovation Day haben wir Susanne Sugimoto getroffen. Sie ist die Geschäftsführerin des Schweizer Crowdfunding-Projekts  "Republik". 

Das benötigte Geld hatten die Journalisten in der Schweiz in wenigen Stunden  gesammelt - geplant war ein ganzer Monat. Inzwischen gibt es über 14.500 Geldgeber, die die Journalisten bei der "Republik" als Verleger(innen) bezeichnen. In wenigen Wochen geht das Projekt live. Wie die Erwartungen der Unterstützer erfüllt werden sollen und was Deutsche Medienmacher lernen können, erfahrt ihr im Gespräch mit Susanne Sugimoto.

Wie Trump den Journalismus rettet

Ein weiteres Beispiel kommt von Monika Bäuerlein. Die Deutsche ist  Chefredakteurin des linksliberalen US-Magazins Mother Jones. Die Journalisten verdienen ihr Geld als nicht-kommerzielles Medienhaus nicht nur mit Werbung, sondern auch mit Spenden der Leser - und das auf einem Niveau, auf dem selbst deutsche Verlage blass werden. 

Das gelingt aber nur, weil Monika Bäuerlein inzwischen ganz anders auf die Leser zugeht. So hat das Team von "Mother Jones" in den vergangenen Jahren eine bestimmte Leseransprache entwickelt. Es wird nicht nur genauer der eigene Journalismus und die eigene Arbeit erklärt, sondern sie nutzen auch Momente aus, in denen US-Präsident Trump polarisiert. Dann sind Spendenaufrufe besonders erfolgreich.

Viele kleine Krautreporter

Kann Journalismus auch in Deutschland von der Bereitschaft der Leser profitieren, dass sie zahlen? Ja, sagt Sebastian Esser. Der Krautreporter-Mitgründer hat vor einem Jahr die Plattform Steady gegründet. Hier können einzelne Journalisten und Medienmarken ihre Arbeit direkt durch die Leser unterstützen lassen. Was er in diesem Jahr gelernt hat, verrät er bei seinem Besuch in unserem Studio. 

Unser wöchentliches Medienmagazin gibt es auch als Podcast. Abonniert "Was mit Medien" via iTunes oder RSS-Feed. Auch nach der Sendung könnt ihr mit uns direkt und mit unseren Moderatoren Daniel Fiene und Herr Pähler über Twitter kommunizieren. Ein Protokoll der Sendung gibt es auch per Newsletter.