Sascha Lobo will Amazon den Kampf ansagen - mit Sobooks. Eine andere E-Book-Plattform, die Browser-basiert ist und soziales Lesen propagiert. Denn Sobooks steht für Social Books. Auf der Plattform können Leser direkt miteinander diskutieren.

Hinter der neuen Plattform Sobooks (gestartet am 10. Oktober) stecken der Netzstratege Sascha Lobo und der Jurist Christoph Kappes. Sie wollen das Leseverhalten online revolutionieren und gleich noch Amazon den Kampf ansagen.

"Dies ist eine Kampfansage. Eine explizite Kampfansage tatsächlich an Amazon."
Sascha Lobo, Journalist, Blogger, Netzstratege und Kopf hinter Sobooks

Dabei setzen die beiden nicht auf Konkurrenz, sondern wollen den Markt entwickeln - nach der Ära Amazon. E-Books ersetzten bislang einfach nur Druckerschwärze durch Pixel. Sobooks will mehr sein, nämlich Buch plus Netz und Buch plus soziale Medien. Auch die großen Verlage steigen mit ein: Random House zum Beispiel oder Ullstein.

Browser-basiert und mit Community

Sobooks hat sich zunächst eine sechsstellige Zahl von E-Book-Rechten gesichert. Doch im Gegensatz zu E-Books sind Sobooks browserbasiert. Auf der Plattform stehen die Bücher dann zum Kaufen und Probelesen oder auch kostenlos zur Verfügung.

Klickt man sich durch die Bücher, bekommt man Kommentare von anderen Lesern angezeigt. Außerdem gibt es eine Statistik über die durchschnittliche Lesezeit, die Anzahl der Seitenaufrufe und die Anzahl der bereits abgegebenen Kommentare zum Buch. Diese Daten sind für die Leser, aber natürlich auch für die Verlage interessant.

Der Browser ist das Lesegerät

Kommentieren kann man auch bei den herkömmlichen E-Books. Doch bei Sobooks werden die Kommentare genau an der Stelle im Buch angezeigt, auf die sie sich beziehen. Vor allem kann man mit anderen Lesern darüber diskutieren und diese Diskussion über Facebook oder Twitter teilen und mitteilen. Denkbar ist auch, dass die Autoren in die Diskussion mit einsteigen. Hier geht es dann um Austausch und gemeinsames soziales Lesen. Und die E-Books sind nicht mehr gebunden an eine Lesegerät. Sie sind im Netz.

Mehr Social Reading im Netz:

Sascha Lobo bei einem Vortrag. Er hat einen orangen Irokesen-Haarschnitt und trägt einen schwarzen Anzug. Er ist im Profil aufgenommen. Der Hintergrund ist schwarz; Bild: dpa | Britta Pedersen
© dpa | Britta Pedersen