Um Menschenansammlungen gezielt zu vermeiden, hat ein britisches Start-up eine App entwickelt, die uns in Echtzeit sagt, wo viel los ist und wo wenig.

"Crowdless" heißt die App. Sie soll uns dabei helfen, von zuhause aus sehen zu können, an welchen Orten sich gerade wenig Leute tummeln - das hilft beispielsweise beim Einkaufen, wenn wir in ein Restaurant wollen oder generell beim Social Distancing.

Die Daten dafür kommen zum Teil von den Usern selbst, sollen aber nach Angaben der Hersteller anonym behandelt werden.

Angaben mit Ampelsystem

Die Oberfläche der App sieht aus wie die Karten von Google Maps. Überall, wo sich Läden, Apotheken oder größere Versammlungsorte auf der Karte befinden, sieht man außerdem grüne, orangene oder rote Punkte. Grün bedeutet: Hier ist wenig los. Bei Rot sind zu viele Menschen vor Ort. Bei grauen Punkten liegen noch nicht genügend Daten vor.

Die App funktioniert also nach einer Art Ampelsystem. Klickt man die Punkte an, erscheint die genaue Prozentzahl der Auslastung.

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Google, ESA und App-Nutzer als Datengeber

Dass die Karten denen von Google Maps so ähneln, liegt daran, dass Google einen Grundstock seiner Daten zur Verfügung gestellt hat, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter David Freches. Nicht nur die Karten an sich, sondern auch die Daten, wann zu welcher Zeit erfahrungsgemäß viel oder wenig los ist, sind von Google.

"Google hat einen Grundstock seiner Daten für diese App bereitgestellt. Und zwar die Daten, die uns schon länger auch in der Google-Suche angezeigt werden, wann Orte erfahrungsgemäß besonders häufig besucht werden."
David Freches, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Ein weiterer Datengeber sind die User der App selbst. Jeder kann in Echtzeit angeben, wie voll der Ort ist, an dem er sich gerade befindet.

GPS-Standort erforderlich

Damit die App richtig funktioniert, muss der GPS-Standort des Smartphones eingeschaltet sein. Die Standort-Daten sowie die persönlichen Angaben zu Orten werden laut der Hersteller anonym erhoben, sagt unser Reporter.

"Die Daten werden laut Hersteller anonym behoben."
David Freches, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Bei seinen Testläufen hat David Freches gute Erfahrungen mit der App gemacht - Läden die leer waren, wurden ihm auch als solche angezeigt. Allerings: Es waren auch Orte dabei, die als voll gekennzeichnet waren, was sich als falsch herausstellte. Natürlich können seine Ergebnisse nicht repräsentativ sein für die Leistung der App, sagt David Freches. Nichtsdestotrotz fände er die App sehr praktisch, vor allem aufgrund ihrer Werbefreiheit.


Die App wird laut der Entwickler derzeit von der Raumfahrtbehörde ESA, der Oxford University und der London School of Economics finanziert, wie der der WDR in seinem Digitalistan-Blog schreibt. (Update vom 20. Mai 2020)

In einer früheren Version des Artikels stand, dass für die App auch Satellitenbilder genutzt würden. Laut den Machern der App fließen aber lediglich Positionsdaten in die App ein, etwa vom satellitengestützten System GPS. (Änderungshinweis vom 20. Mai 2020)