Manche Facebook-Gruppen oder Hashtags bei Twitter verbreiten sich und werden bekannt. Wenn andere davon profitieren oder deren Agenda torpedieren wollen, kapern sie die Gruppe oder kopieren den Markennamen. Manchmal sehr erfolgreich.

In einigen Städten Deutschland stehen demnächst die Karnevalstage an. Hunderttausende Menschen werden unterwegs sein, und da kommen Erinnerungen an die Silvesternacht in Köln auf. So hat sich direkt eine Facebook-Gruppe gegründet, die eine "Ausgangssperre für Asylanten" fordert. Lange konnte sie ihre Aufforderung nicht aufrecht halten.

Das Profil des Administrators dieser Gruppe wurde gehackt. Und so wurde die Gruppe, die bisweilen noch eine Ausgangssperre für Asylanten forderte, mal eben umgewidmet in eine, die "gemeinsam mit Flüchtlingen Karneval feiern" will.

Tanzen statt rechter Parolen

Beispiele dafür, dass Gruppen übernommen oder Initiativen zu einem anderen Zweck umgenutzt werden, gibt es immer wieder mal:

  • Die erfolgreichste Aktion kommt aus England. Da stand die Abkürzung EDL lange Zeit für die English Defence League, eine rechte Gruppe in England. Das wollten einige ändern und haben die English Disco Lovers gegründet. Fast 65.000 Likes auf Facebook - mehr als die Defence Leauge. Wer nach EDL sucht, kann also auch bei den Tänzern landen.
  • Sowas gibt es aber auch anders rum: Vor Kurzem wurde versucht, den Hashtag #ausnahmslos zu kapern - den hatten Feministinnen etabliert, um auf Sexismus aufmerksam zu machen. Einige haben dann unter dem Hashtag Brüste und frauenverachtende Sprüche getwittert.
  • Bei Facebook gibt es eine Seite mit dem Namen Anonymous, die gegen Politiker, Medien und Flüchtlinge hetzt. Sie hat über 1,7 Millionen Likes. Einige denken, die Seite gehöre zum Hackerkollektiv Anonymous. Das Blog Mimikama hat recherchiert, dass das nicht der Fall ist.

Wie immer gilt: In sozialen Medien immer schön kritisch sein. Vielleicht sind nicht nur einzelne Posts Fake, sondern gleich die ganze Gruppe.