Virale Gerüchte lassen sich stoppen, wenn die Quelle eines Dementi seriös oder offiziell ist.

Überraschend ist es schon: Auch im Netz helfen Argumente und Fakten gegen Falschmeldungen und Gerüchte. Wichtig ist allerdings, dass sie schnell erscheinen. Außerdem ist nicht ganz unerheblich, wer etwas richtigstellt. Dabei gilt: Je seriöser desto besser.

Datenforscher aus Washington haben untersucht, wie schnell sich Gerüchte im Netz verbreiten und wie schnell sie dann durch welche Mittel wieder abebben.

Einzelne Accounts spielen eine Rolle

Die Forscher beschäftigten sich mit einer Fehlinformation auf Twitter. Sie drehte sich um angebliche Razzien, die die australische Polizei in muslimischen Vierteln in Sydney durchgeführt haben soll. Die Datenforscher fanden heraus, dass die meisten Tweets mit dieser Fehlinformation von nur sehr wenigen Twitter-Accounts ausgegangen waren. Das zeigt, dass auch einzelne Personen erheblichen Anteil an der viralen Verbreitung von Gerüchten oder Falschmeldungen haben können.

Zu den angeblichen Razzien in Sydney zählten die Forscher nach wenigen Stunden bereits knapp 1.300 Tweets. Davon behaupteten 40 Prozent, die Razzien hätten stattgefunden, 60 Prozent twitterten, es sei ein Gerücht. Aber fast alle twitterten noch in den ersten anderthalb Stunden.

Nach der Richtigstellung der Polizei wurde fast nur noch das Dementi retweetet und Gerücht wurde immer schwächer. Letztlich behauptete kein Account mehr, es habe die Razzien gegeben.

Gerüchte laden sich auf und schwappen in die Twittersphäre

"Gerüchte bleiben erst mal eine Weile in sogenannten Echokammern", erklärt DRadio-Wissen-Reporterin Kathrin Sielker. Sie wabern zum Beispiel zwischen verschwörungstheoretischen Accounts so lange hin und her, bis sie immer mehr Resonanz gesammelt haben.

Erst wenn sie stark genug sind, schwappen sie wie eine Welle in die gesamte Twittersphäre. Für Institutionen und Unternehmen empfehlen die Datenforscher professionelle und gut ausgebildete Mitarbeiter, um Fehlmeldungen schnell und kompetent entgegenzuwirken - auch am Wochenende.