Trolle sind Unruhestifter. Viele hetzen und schreien mit ihren Lügen und !!!!!!!! das Internet voll. Forscher haben untersucht, welche Persönlichkeitsmerkmale einen normalen Social-Media-Nutzer in einen Troll verwandeln. Dabei fanden sie heraus: Trolle sind empathisch.

Psychologen der Universität von Mount Helen in Australien haben für ihre Studie 415 Männern und Frauen über 18 Jahren einen Fragebogen vorgelegt. Mit dem haben sie abgefragt, ob jemand bestimmte soziale Fähigkeiten hat, Einfühlungsvermögen besitzt, oder ob er oder sie psychopathische oder sadistische Persönlichkeitsmerkmale hat.

Verletzend und gleichgültig

Zum Beispiel so: Wenn jemand ankreuzt "Rache muss schnell sein und fies", dann hat das psychopathische Züge. Wenn der Proband dann bestätigte "Obwohl manche Leute sagen, dass meine Posts aggressiv sind, finde ich sie lustig", dann ist das für die Forscher ein Zeichen dafür, dass die Versuchsperson der Trollerei nicht abgeneigt ist. 

Ein erwartbares und ein überraschendes Ergebnis

Trolle haben hohe Werte beim Persönlichkeitsmerkmal Psychopathie. Bei denen, die zum Trollen neigen, waren soziales Gewissen und soziale Verantwortung nicht so ausgeprägt. Es macht ihnen also nicht viel aus, jemand anderen zu verletzen.

"Das Überraschende ist: Trolle habe auch hohe Werte im Bereich Empathie. Und zwar vor allem im Bereich kognitive Empathie."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Aber Trolle sind nicht nur psychopathisch veranlagt, sie sind auch empathisch.

Es gibt zwei Arten von Empathie: kognitive und affektive. Mit kognitive Empathie versteht ihr die Emotionen anderer Menschen. Affektive Empathie ist, wenn ihr die Erfahrungen einer anderen Person nachempfinden und auf sie reagieren könnt. 

Was Trolle so besonders gemein und schlagkräftig macht, ist die Kombination aus kognitiver Empathie und Psychopathie.   

"Das heißt: Trolle sind emotional intelligent. Sie können sich in uns hineinversetzen und wissen deswegen ganz genau, wo es weh tut."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Weil Trolle nur wenig affektive Empathie haben, können sie kaum nachempfinden, wie verletzt sich die Opfer ihrer Attacken fühlen. Trolle hätten zudem überdurchschnittlich oft sadistische Merkmale, so das Ergebnis der Studie. Sie besaßen also den Willen, andere zu verletzen. Und sie waren eher männlich als weiblich. 

Das sind wichtige neue Erkenntnisse, schreibt das Online-Magazin Quartz, die vielleicht helfen, Trolle besser zu verstehen und wirksamer zu stoppen.