Kleine Solarkraftanlagen können auch auf dem Balkon einer Mietwohnung laufen. Allerdings müssen die Geräte angemeldet werden und lieferbar müssen sie auch erstmal sein.

Strom selber erzeugen, statt ihn nur zu verbrauchen. Das geht mit kleinen Solaranlagen eigentlich ganz einfach. Im besten Fall können sie gekauft, angemeldet und dann direkt eingesteckt werden – auch in einer Mietwohnung. Diese Solarmodule sind ungefähr 1,5 Quadratmeter groß und werden in eine normale Steckdose gesteckt.

Bei 1.000 Euro fangen die Preise an und manche Kommunen fördern den Kauf der Kleinkraftwerke sogar. "Braunschweig gibt pro Anlage 400 Euro dazu. Das ist bei einem Gesamtpreis von rund 1.000 Euro schon richtig viel", sagt Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter Konstantin Köhler.

"Die erzeugen im besten Fall dann circa 600 Watt Leistung. Damit kann dann zum Beispiel der Kühlschrank und ein Notebook und der WLAN-Router in der Wohnung betrieben werden."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Eine Marktanalyse von Mini-Solaranlagen in Deutschland kommt zu dem Ergebnis, dass bereits etwa 140.000 bis 190.000 Steckersolargeräte in Deutschland verkauft worden sind. "Das entspricht einer Leistung von circa 20 bis 30 mittelgroßen Windrädern, was erstmal nicht so viel ist", berichtet Konstantin Köhler. Je nach Netzbetreiber kann die Anmeldung der Geräte umständlich und im schlechtesten Fall mit dem Einbau neuer Zähler verbunden sein.

"Teilweise werden neue Stromzähler im Haus oder in der Wohnung verlangt, dann wird es ziemlich kompliziert."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Dennoch hat sich die Zahl der Geräte zwischen 2020 und 2021 der Untersuchung zufolge fast verdoppelt. "Das Interesse daran steigt zurzeit rasant. Was für das Klima erstmal eine gute Nachricht ist", sagt Konstantin. Dementsprechend kämpfen allerdings manche Anbieter mit Lieferengpässen.

Balkonausrichtung ist entscheidend

Diese Mini-Solaranlagen sind in erster Linie für alle interessant, die zur Miete in einer Wohnung leben und einen Balkon haben, der nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtet ist, findet Konstantin Köhler.

Kleine Anlagen, großes Potential

Grundsätzlich produzieren Solarmodule nach wenigen Jahren mehr Energie, als für die Herstellung benötigt wurde. "Wenn es gut läuft, kann man je nach eigenem Stromverbrauch rund 10 bis 30 Prozent des gesamten Stromverbrauchs mit solchen Mini-Solaranlagen einsparen", rechnet Konstantin Köhler vor.

Insgesamt sei das Potenzial ziemlich groß. Rund 60 Millionen Menschen in Deutschland lebten in einer Wohnung oder einem Haus mit Balkon oder Terrasse. "Es gibt also generell sehr viele Möglichkeiten, solche Dinger aufzuhängen."

"Wenn es irgendwann 10 Millionen Balkonkraftwerke wären, dann reden wir über eine potenzielle Leistung von drei bis vier Atomkraftwerken."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter