Viel Wein im Keller? Einige Flaschen sollten direkt in den Ausguss, sagt Sommelière Stephanie Döring. Auch von der oberen Preisgrenze hat sie eine klare Vorstellung.

Es gibt guten Wein und schlechten. Dann gibt es auch noch teuren und billigen. Hängen Preis des Weins und sein Geschmack überhaupt zusammen? Stephanie Döring ist Sommelière und Weinhändlerin. Etwa 20 Euro kostet der teuerste Wein, den sie daheim im Regal hat. Jenseits von 59 Euro sei eigentlich jeder Weinpreis Marketing, meint Stephanie.

Angesichts der je bis zu 320 Pfund teuren Flaschen Bolgheri Sassicaia, die die italienische Polizei kürzlich beschlagnahmt hat, ist das wenig. Die Fälscher hatten über einen längeren Zeitraum günstigen Wein als Bolgheri Sassicaia abgefüllt und verpackt – hauptsächlich für den Export.

Wohnung ist kein ideales Lager

Schmecken würde sie den Unterschied zwischen diesem falschem und einem echtem Bolgheri Sassicaia wahrscheinlich nicht, meint Stephanie. Sie weist auf Schätzungen hin, dass rund 40 Prozent der eingelagerten Weine Fälschungen sein könnten. Dabei sei Wein eigentlich ein gutes Investment, findet Stephanie. In der Wohnung sollte aber nur lagern, was wirklich unmittelbar auch getrunken wird. Dort sei es in der Regel zu warm.

"Wenn man ein kleines Schätzchen hat, dann gehört es irgendwo in eine dunkle Ecke, vielleicht im Flur, wo ein bisschen eine konstante Temperatur ist."
Stephanie Döring, Sommelière und Weinhändlerin

Manche Weine könnten wirklich unfassbar alt werden. Stephanie sagt: "Es gibt tatsächlich Weine, die überleben uns alle." Jedoch auch unter idealen Licht- und Temperaturbedingungen lassen sich Weine nicht für beliebige Zeit lagern.

Lagerbestände prüfen und aussortieren

Stephanie vermutet, dass in manchen Kellern viele Flaschen liegen, die eigentlich weggeschüttet werden müssten. Sie sagt: "Viele denken: Da habe ich tolle alte Weine im Keller. Da kann man auf jeden Fall einiges wegkippen." Ein Kellercheck dürfte sich also in vielen Fällen lohnen.

"Wenn man sich die Keller der Leute anschaut, die zu Hause Wein sammeln. Da sind eigentlich schon 80 Prozent der Weine drüber."
Stephanie Döring, Sommelière und Weinhändlerin