Der Sommer ist da – und damit auch die hohen Temperaturen. Meteorologen erwarten erneut einen Hitzesommer. Einziger Unterschied zum letzten Jahr: Viele, die damals in ein klimatisiertes Büro gehen konnten, sitzen jetzt zu Hause: im Home-Office. Und da wird es schnell mal richtig heiß.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Timo Nicolas sehnt sich nach seinem Arbeitsplatz in der Redaktion. Im Sommer 2019 habe er tatsächlich freiwillig Überstunden geleistet, sagt er. Der Grund: Das Büro ist klimatisiert. Und jetzt? Jetzt sitzt auch er im Homeoffice fest: Zuhause an seinem Rechner und die Zimmertemperatur steigt und steigt. Eigentlich könnte er in Badehose am Schreibtisch sitzen, wären da nicht die Video-Konferenzen mit den Kollegen.

"Theoretisch heißt Home Office ja, ab in die Badehose und Unterhemd. Ach shit, Videocall. Dann lieber doch wieder ein richtiges Hemd anziehen. Die Shorts kann bleiben, immerhin."
Timo Nicolas, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Timo wohnt im ersten Stock. Zum Glück, sagt er. Ganz im Gegensatz zu seinem Freund Luis. Der wohnt im Dachgeschoss. Bei ihm wird es im Sommer noch heißer. Doch Luis hat in diesem Jahr frühzeitig vorgesorgt: Er hat sich zwei Ventilatoren online bestellt. In den vergangenen Jahren ist er immer leer ausgegangen, denn im Hochsommer sind die Ventilatoren meistens ausverkauft.

„Interessanter Weise habe ich mir jetzt mal auch ein bisschen fürher als üblich zwei Ventilatoren von nem Onlinehändler bestellt, weil die letzten Jahre war ich immer zu spät dran.“
Luis

Timo ist noch einen Schritt weitergegangen: Er hat sich schon im einen Deckenventilator zugelegt. Aber bringt das was? Ja, sagt Timo. Er ist "unfassbar geyped." Immerhin – denn das gute Stück war nicht gerade billig: 200 Euro hat Timo dafür gezahlt und dann hat auch noch der Elektriker gekostet, der den Ventilator angebracht hat.

Doch ein Problem gibt es jetzt: Der Ventilator hängt im Schlafzimmer. Und
da passt kein Schreibtisch rein. Für das Home-Office-Hitze-Problem hilft der also nichts. Und Ventilatoren kühlen die Raumtemperatur auch nicht runter, der Windzug macht es nur etwas erträglicher. Wie wäre es also mit einer Klimaanlage für zu Hause?

Timo ruft Klimatechniker Ralph Kühn an. Er erwischt ihn am Morgen, beim Frühstück, nur da hat er Zeit mit ihm zu telefonieren. Denn zwischen 10 Uhr und 20 Uhr ist er unterwegs, um Klimaanlagen zu installieren. Die Auftragslage ist extrem hoch, erzählt ihm Ralph Kühn. Timo ist offenbar nicht der erste, der im Sommer auf die Idee kommt.

"Man kann davon ausgehen dass im Schnitt ein Vorlauf von gut 3 Monaten normal ist, bei anderen Mitbewerben sieht die Lage noch gravierender aus. Die haben Termine erst wieder 2021 zur Verfügung."
Ralph Kühn, Klimatechniker

Gerade in den letzten Jahren sei die Nachfrage enorm gestiegen, sagt Ralph Kühn. Dabei ist so eine fest verbaute Klimaanlage nicht wirklich billig. Inklusive Montage müsse man für ein gutes Modell mit 3000 Euro rechnen, sagt der Klimatechniker. Außerdem benötigen Mietermdie Erlaubnis des Eigentümers. Es gibt zwar auch günstigere, mobile Klimageräte, die man sich einfach in sein Zimmer stellen kann. Von denen hält Kühn aber wenig.

"An den mobilen Geräten ist ein Schlauch, der die warme Luft nach draußen bringt. Der Schlauch ist unisoliert, was dazu führt, dass die warme Abluft über den Schlauch in den Raum hineindringt."
Ralph Kühn, Klimatechniker

Dazu kommt noch die Umweltfrage. Zwar werden laut Ralph Kühn Klimaanlangen immer effizienter, problematisch bleiben aber die umwelt- und klimaschädlichen Kältemittel, die in den Geräten stecken. Neuere Anlagen würden jedoch mit verträglicheren Stoffen arbeiten, sagt Kühn. Für Timo ist eine Klimaanlage keine Alternative. Er bleibt bei kalten
Duschen und vielen Ventilatoren.