Ein dickes Fell und die direkte Sonneneinstrahlung mitten im Sommer – auf Dauer ist das keine gute Kombination und bringt Tiger, Eisbären und Alpakas zum Schwitzen. Die Zoos sorgen für Abkühlung, damit den Tieren die sommerlichen Temperaturen nicht zu heiß werden.

Oft sei den Zoopflegern und -pflegerinnen heißer als den Tieren, wenn sie zum Beispiel die Pinselohrschweine und die Alpakas mit einer kühlen Dusche aus dem Wasserschlauch versorgen, sagt Christine Kurrle vom Zoo Frankfurt.

Andere Tiere, wie zum Beispiel Nilpferde, brauchen keine menschliche Unterstützung, wenn sie sich etwas abkühlen möchten: Das Nilpferd hat sein eigenes Becken und kann nach Lust und Laune abtauchen, wenn ihm zu warm ist. Nach einem Erfrischungsbad kann das Nilpferd es sich dann auf den kühlen Fliesen in seinem Gehege gemütlich machen.

"Da steckt ja auch ewig lange Erfahrung dahinter. Wir wissen ja auch, was die Tiere brauchen und welche Bedingungen sie in ihren Lebensräumen haben."
Christine Kurrle, Zoo Frankfurt
Ein Elefant kühlt sich mit einem Wasserschlauch ab.
© imago | Sabine Gudath
Dieser Elefant aus dem Zoo in Berlin Charlottenburg kann den Wasserschlauch schon selbst bedienen, um sich Abkühlung zu verschaffen.

Alter Baubestand und große Wasserflächen

Der Zoo Frankfurt befindet sich mitten in der Stadt und da können die Temperaturen im Sommer besonders hoch werden. Trotzdem wird der Zoo als grüne Fläche in Frankfurts Hitzekarte angezeigt. Das bedeutet, dass es hier besonders kühl ist – zumeist kühler als an anderen Punkten in der Stadt.

Das hängt damit zusammen, dass der Tierpark über alte Baumbestände und große Wasserflächen verfügt, sagt Christine Kurrle. In ihren Gehegen haben die Tiere zudem die Möglichkeit, schattige Plätze aufzusuchen oder, falls sie über den Zugang zu einer Wasserfläche verfügen, kurz einmal baden zu gehen, um sich Abkühlung zu verschaffen.

"Wir schauen natürlich: Haben die Tiere die Möglichkeit, ausreichend zu trinken? Haben sie Schattenplätze, wenn nicht, müssen diese eingerichtet werden."
Christine Kurrle, Zoo Frankfurt

Teilweise muss auch die Wassertemperatur regelmäßig kontrolliert werden. Das gilt insbesondere für die Aquarien, sagt Christine Kurrle vom Zoo Frankfurt.

Klimawandel bringt neue Herausforderungen

Im Hinblick darauf, dass die Temperaturen, durch den Klimawandel verursacht, ansteigen werden, gilt es für die Zoos zu prüfen, ob die Tiere noch ausreichend vor der Sonne geschützt sind.

Um die Seehunde nicht zu sehr der Hitze und der direkten Lichtreflexion auszusetzen, wurden in Frankfurt beispielsweise über dem felsigen Gelände und den Wasserbecken der Robbenanlage große Sonnensegel installiert. Die Reflexion durch die Sonnenstrahlen kann auf Dauer die Augen der Robben schädigen. Mit den Sonnensegeln sind die Tiere bestens davor geschützt.

"Der Pfleger mit dem Wasserschlauch ist nicht weit - wobei das für die Tiere mehr Unterhaltung ist, als dass es dringlich notwendig ist.
Christine Kurrle, Zoo Frankfurt

* Auf der Fotocollage im Banner auf dieser Seite sind ein Eisbär aus dem Tierpark Berlin Friedrichsfelde, ein Seehund aus dem Zoologischen Garten Berlin und ein Bengal Tiger, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist, zu sehen.

  • Moderation:  Thilo Jahn
  • Gesprächspartnerin:  Christine Kurrle, Zoo Frankfurt