Diverse Social-Media-Kanäle zu bedienen kostet Zeit. Modebloggerin Lisa Banholzer macht das sogar beruflich und ist ständig online. Trotzdem sagt sie: Wir sind keine Social-Media-Sklaven. Wir haben die freie Entscheidung.

Mit den sozialen Medien kann man schon eine Menge Zeit verbringen - oder verlieren. Ansichtssache. Fakt ist: In den vergangenen Jahren sind es deutlich mehr geworden. Facebook, Twitter, Whatsapp, Pinterest, Instagram, jetzt auch mit Stories, kennen wir ja schon von Snapchat. Wer dort oft unterwegs ist, weiß, wie schön das ist, aber auch schön zeitintensiv. Lisa Banholzer lebt davon, also vom Zeitverbringen bei Instagram und Co. Wenn sie morgens aufsteht, geht der erste Blick direkt aufs Handy.

Ich hab mal versucht, mir das abzugewöhnen und zuerst nen Kaffee zu trinken. Meistens check ich erstmal Instagram, schau, wie viele Likes das letzte Bild bekommen hat.
Lisa Banholzer, Modebloggerin

Lisa Banholzer ist ein sogenannter Influencer. Sie ist die Gründerin von Blogger Bazaar, was auf Instagram mehr als 100.000 Follower hat. Bei Fashion-Shows sitzt sie front row, und mit Werbekooperationen verdient sie genug Geld, um davon leben zu können. Unternehmen wollen, dass sie ihre Marken auf Instagram und Co. präsentiert und zahlen ihr dafür Geld. Das verpflichtet.

Auf dem Weg zum Office snappe ich schon. Zeige, was ich an habe, erzähle, was heute so passiert.
Lisa Banholzer, Modebloggerin
759 Likes, 34 Comments - Lisa Banholzer (@lisa_banholzer) on Instagram: "#OversizePants #OOTD"
#OversizePants #OOTD

Wenn Lisa sich mit ihren Freunden trifft, tut es auch mal gut, sagt sie, nicht viel kommunizieren zu müssen. "Die wissen eh schon alle, was ich gemacht habe. Die folgen mir ja bei Snapchat."

Laut Online-Statistikdatenbank "Statista" benutzen Millennials ihr Smartphone mehr als drei Stunden pro Tag allein für das mobile Internet. 60 Prozent von ihnen sagen außerdem, häufiger online als offline zu kommunizieren. Wie smartphonesüchtig man ist, kann man ja selbst mal checken. Der Soziologe Jan-Hinrik Schmidt vom Hamburger Hans-Bredow-Institut sieht vor allem den gestiegenen Druck, sofort alles der Welt mitteilen zu müssen. Das mache uns zu Gejagten.

Das Neue steht immer oben, die alten Beiträge verschwinden. In der Gesamtschau werden die sozialen Medien zu Orten, wo es darum geht, jetzt sofort zu teilen und nicht eine Stunde zu warten.
Jan-Hinrik Schmidt, Hamburger Hans-Bredow-Institut

Bloggerin Lisa Banholzer findet trotzdem nicht, dass wir zu Sklaven der sozialen Kanäle werden. Sie betrachtet sie als Instrument, das uns in die Hand gelegt wird, das wir aber ja nicht benutzen müssen. Außerdem müsse man damit umgehen können. Sie reglementiert sich selbst und schaltet zum Beispiel beim Abendessen mit Freunden das Handy aus.