Einen besten Kumpel haben, wirkt sich positiv auf die Psyche und die Gesundheit aus. Auch Berberaffen pflegen feste Männerfreundschaften und scheinen deshalb viel entspannter als Einzelgänger zu sein.

Julia Oster, Verhaltensökologin an der Universität Göttingen, und der Sozialwissenschaftler Oliver Schülke haben Berberaffen im Mittleren Atlas in Marokko untersucht. Dabei haben sie beobachtet, dass Männerfreundschaften wie ein Puffer wirken, gerade wenn die Aggressionen in der Gruppe ansteigen oder Stress durch sinkende Temperaturen in den Wintermonaten entsteht. Unter Weibchen oder bei Mutter-Kind-Beziehungen innerhalb der Berberaffengruppe ist dieses Phänomen bereits bekannt.

"Wir waren überrascht, die stresspuffernde Wirkung auch für enge Beziehungen zwischen Männchen zeigen zu können."
Julia Ostner, Verhaltensökologin an der Universität Göttingen

Die Berberaffenmännchen konkurrieren natürlich um die Weibchen und trotz dieser Konkurrenz pflegen die Männchen untereinander "enge, stabile und verlässliche Beziehungen zu einigen wenigen anderen Männchen in der Gruppe" - so sehr, dass die Forscher darin eine Ähnlichkeit zu menschlichen Freundschaften erkennen.

Je intensiver, desto besser

"Wir haben zuerst untersucht, ob enge Sozialpartner sich regelmäßig beim Kampf gegen Rivalen unterstützen. Wir hatten jedoch nicht erwartet, dass die Beziehung auch physiologische Auswirkungen und damit eventuell Konsequenzen für die Gesundheit der Männchen hat", so Oliver Schülke. Außerdem haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass es bei dieser gesundheitsfördernden Freundschaft nicht darauf ankommt, wie viele davon so ein Berberaffenmännchen hat, sondern wie intensiv diese ist.

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