Englische Wochen kennen wir im Fußball - in dieser Woche sollten wir aber lieber von spanischen sprechen. Gestern haben sich schon Borussia Dortmund und Real Madrid 2:2 getrennt. Und heute trifft in der Champions League der FC Bayern München auf Atlético Madrid und Mönchengladbach auf den FC Barcelona. Egal, wie diese Paarungen ausgehen: Spanien ist und bleibt im Fußball das Maß aller Dinge.

Über zwei Milliarden Euro sind allein die Teams aus Barcelona und Madrid wert. In den vergangenen Jahren haben Mannschaften aus Spanien über 15 internationale Titel abgeräumt. Spanien war im Fußball also in der Vergangenheit das Maß aller Dinge

Dabei steckt der Titelverteidiger Real Madrid zurzeit fast in einer kleinen Krise, sagt Javier Cáceres von der Süddeutschen Zeitung. Dafür reichen bei den Königlichen schon drei Spiele, die unentschieden ausgehen. Ob es mit der Titelverteidigung in Champions League klappt, ist also nicht sicher. Gerade, wenn so starke spanische Konkurrenten wie der FC Barcelona und Atlético Madrid ein Wörtchen mitreden wollen. Und dann ist da natürlich noch Manchester City - aus England aber mit dem Katalanen Pep Guardiola an der Seitenlinie, das in dieser Saison noch kein Spiel verloren hat.

"Im Zentrum stehen im spanischen Fußball der Ball und die Ballbehandlung - ein technisch sehr anspruchsvolles Spiel. Und das hat sich in den letzten 10, 15 Jahren bemerkbar gemacht."
Javier Cáceres von der Süddeutschen Zeitung

Trotzdem sieht es auch 2016/17 wieder so aus, dass spanische Mannschaften die Topfavoriten in den europäischen Pokalwettbewerben sind. Gute Spieler hat es schon immer nach Spanien gezogen. So extrem wie in den vergangenen Jahren war der Exodus der Topspieler nach Spanien aber noch nie. Zurzeit spielen sieben der zehn teuersten Spieler der Welt in Spanien.

Darüber hinaus haben die Vereine aber in den vergangenen 15 Jahren auch ihr Training umgestellt. Ausgehend von einer Spielidee, die Johan Cruyff Anfang der Neunziger beim FC Barcelona eingeführt hat. Auch wenn es mittlerweile in Spanien verschiedene Spielideen gibt, steht doch immer der Ball im Zentrum, erklärt Javier Cáceres. Es wird also ein technisch sehr anspruchsvoller Fußball gespielt.

Spielidee einkaufen

Gerade diese Spielidee unterscheidet den spanischen Fußball von der englischen Liga. Dort ist zwar noch mehr Geld im Umlauf, es fehlt bislang aber am Konzept. Gut möglich, dass sich dass bald ändert. Denn in dieser Saison haben englische Klubs sehr viel Geld in Trainer investiert und könnten sich die fehlende Spielidee also einfach einkaufen.

In Spanien hat sich ein Spielstil etabliert und es ist zu einfach, nur auf die Topklubs aus Madrid und Barcelona zu schauen. Auch bei Mittelklassemannschafen und selbst bei Vereinen, die gegen den Abstieg kämpfen, werde sehr guter Fußball gespielt, sagt Javier Cáceres. Und das treibe die Entwicklung der ganzen Liga voran.