Auf 23 Regionalkonferenzen sollen sich die Kandidierenden für den Parteivorsitz der SPD ihren Mitgliedern vorstellen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagt, es sei wichtig bei dieser Wahl, die Basis miteinzubeziehen.

Nein, sagt Lars Klingbeil, hinter der Zahl 23 stecke weder eine Symbolik und die Hoffnung auf 23 Prozent Wählerstimmen, noch die berühmte Zahl der Illuminaten. 23 Regionalkonferenzen – das sei eine Entscheidung der Landesverbände und Bezirke gewesen. Und es hänge damit zusammen, wie viele Veranstaltungen sie durchführen wollen und organisieren können, so der SPD-Generalsekretär. Dennoch ist sich Klingbeil sicher, der Prozess werde dazu führen, dass die Prozente bei der SPD nach oben gehen werden.

"Dass dieser ganze Prozess dazu führen wird, dass die SPD wieder stärker wird und die Prozente auch nach oben gehen, da bin ich mir ziemlich sicher."
Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

Die CDU schickte ihre Kandidaten Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn im vergangenen Jahr auf acht Regionalkonferenzen, bei denen das kurze Format gelobt wurde. Die SPD veranstaltet 23 – fast dreimal so viele. Lars Klingenbeil sagt aber, es gehe der SPD nicht darum, einen obendrauf zusetzen. Und es sollen auch keine Showveranstaltungen für die Medien werden. Es gehe um Basisnähe und Mitgliederbeteiligung. Die SPD-Mitglieder sollen die Möglichkeit haben, die Kandidaten live zu erleben und ihnen Fragen zu stellen.

Eine Hochphase der Demokratie

Aber bleibt den Mitgliedern überhaupt genügend Zeit? Auf den Konferenzen sollen sich acht Duos und eine Einzelbewerbung präsentieren. Fünf Minuten Vorstellung, dann eine Minute Zeit für Fragen und Antworten, dann das nächste Paar und am Ende ein kurzes, abschließendes Statement – so der geplante Ablauf der Vorstellungstour. Es sei zwar eine sportliche Leistung, alle Kandidaten in den geplanten zweieinhalb Stunden pro Veranstaltung unterzukriegen, so Klingbeil, aber die Kandidaten werden auch vor und nach der Veranstaltung für Gespräche und Fragen bereitstehen.

"Wenn die Kandidierenden schlau sind, dann werden sie auch noch davor und danach da und ansprechbar sein. Da mache ich mir keine Sorgen, dass man nicht auch genug Fragen loswerden kann."
Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

Zuletzt hätten Sigmar Gabriel und Martin Schulz die politischen Ämter der SPD im Hinterzimmer verteilt ­­– ein oft übliches Prozedere auch bei anderen Parteien. Lars Klingenbeil habe sich dafür eingesetzt, mit dieser Tradition zu brechen, Dinge zu verändern und die Mitglieder bei der Suche nach der Führungsspitze und den besten Ideen einzubeziehen. Auf den Weg, den die SPD hier eingeschlagen habe, sei er stolz. Und wer jetzt noch an dem Konzept zweifle, werde nach den 23 Konferenzen überzeugt sein und sagen, dass es eine Hochphase der Demokratie gewesen sei, so Klingbeil.

"Alle, die sich fragen, kann das eigentlich funktionieren, die werden nach den Konferenzen sagen: Das war wirklich eine Hochphase der Demokratie. Die SPD hat gezeigt, dass Politik Spaß machen kann."
Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

Kritikern, die anzweifeln, dass eingespannte Landes- und Bundespolitiker neben ihrer Arbeit jetzt noch auf große Tour gehen, hält der SPD-Politiker entgegen, dass jemand, der an die Parteispitze wolle, mit einer 35-Stunden-Woche nicht auskomme. Hier dürfe auf jeden Fall mehr Leistung eingefordert werden.

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Dass Klingbeil nicht selbst kandidiere, habe den einfachen Grund, dass er sich sehr für ein Duo als Führungsspitze eingesetzt habe. Die Konstellation, in der er sich das habe vorstellen könne, habe es leider aber nicht gegeben. "Das war dann auch der Punkt, an dem ich gesagt habe, ich bin nicht dabei." Umso mehr freue er sich über die acht tollen Teams und den Einzelbewerber, die jetzt auf den Platz gehen, wie er sagt.