Stina war 26 Jahre alt, als ihre Eltern ihr ein Lebensgeheimnis offenbart haben.

Als Stina 26 Jahre alt war, haben ihre Eltern sie zu einem Abendessen eingeladen. Nach dem Motto: "Wir müssen mal mit dir reden." Was Stina dann erfuhr, hat ihr Leben verändert. Ihr Eltern haben ihr erzählt, dass sie das Kind eines Samenspenders ist.

"Ich habe mich vorher schon gefragt, was könnte das denn sein? Aber ich habe nie damit gerechnet, dass so eine Art Lebensgeheimnis vor mir enthüllt wird."
Stina, 34, Tochter eines Samenspenders

Wenn der Vater nicht der Vater ist

Geahnt habe sie das nicht, sagt Stina rückblickend. Trotzdem hätte sie manchmal das Gefühl gehabt: "Dass etwas komisch war." In der Pubertät habe sie ihre Mutter einmal gefragt, ob ihr Vater wirklich ihr genetischer Vater sei. "Weil wir uns überhaupt nicht verstanden haben und ich mir nicht vorstellen konnte, mit ihm verwandt zu sein." Die Mutter habe völlig schockiert reagiert und Stina sei bewusst geworden, dass sie mit ihrer Frage eine Grenze überschritten habe.

"Für mich war das ein Versuch herauszufinden, warum mein Vater und ich nicht so gut miteinander klar kamen."
Stina, 34, über das Verhältnis zu ihrem sozialen Vater

Heute spricht Stina von drei Eltern: die Mutter, der soziale und der genetische Vater. Um das Geständnis ihrer Eltern zu verarbeiten, hat Stina einige Wochen Zeit gebraucht. "Ich konnte an nichts anderes mehr denken und habe mich gefragt, was das jetzt bedeutet, dass ich diesen Teil von mir nicht kenne."

"Die Hälfte meiner Erbanlagen"

Den biologischen Vater kennt Stina bis heute nicht, würde ihn aber gerne finden. Die Klinik, an der sie gezeugt wurde, hat jedoch angeblich alle Daten zum Spender zehn Jahre nach ihrer Geburt vernichtet. Jetzt sucht sie über eine Datenbank in den USA nach dem Vater oder möglichen Halbgeschwistern.

DRadio-Wissen-Moderator Sven Preger: "Das heißt, Sie haben Interesse daran, ihren biologischen Vater kennenzulernen?"
Stina: "Ja, natürlich, das ist die Hälfte meiner Erbanlagen."
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