Sperma zu spenden ist in Deutschland erlaubt. Doch schon bei der Frage, welche Frau das Sperma erhalten darf, scheiden sich die Geister.

In Deutschland gibt es rund 15 Samenbanken. Dort können Männer ihren Samen spenden und bekommen etwas Geld dafür. Eigentlich ist das eine gute Sache. Denn glücklosen Paaren mit Kinderwunsch, alleinstehenden Frauen oder auch lesbischen Paaren kann man so zu ihrem Wunschkind verhelfen.

Sperma für verheiratete, heterosexuelle Paare

Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn es gibt Ärzte, die behandeln nur verheiratete, heterosexuelle Paare oder eben nur Paare, die in einer festen, heterosexuellen Partnerschaft leben. So empfehlen es die offiziellen Richtlinien der Bundesärztekammer. Alle anderen haben dann das Nachsehen.

"Da bleiben dann aber zum Beispiel lesbische Paare, selbst wenn sie verpartnert sind, außen vor."
Anna Beerlink, DRadio-Wissen-Nachrichten

Es hakt auch bei der Frage, wie Kinder von Samenspendern an die Identität ihres leiblichen Vaters kommen. In Deutschland haben zwar Spermaspender schon seit knapp 30 Jahren kein Anrecht mehr darauf, anonym zu bleiben: 1989 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass es zu den Persönlichkeitsrechten jedes Menschen gehört, seine genetische Herkunft zu kennen. In der Praxis sind die Unterlagen aber oft nicht verfügbar.

"In der Vergangenheit sind viele Spenderkinder auf der Suche nach ihrem genetischen Vater daran gescheitert, dass es einfach keine Informationen mehr gab."
Anna Beerlink, DRadio-Wissen-Nachrichten

Das kann zu einem großen Problem für die Betroffenen werden. Deshalb plädieren Fachleute dafür, mit den Kindern möglichst früh offen zu reden und möglicherweise sogar den Kontakt zum biologischen Vater zu ermöglichen. Ein Kind hat übrigens auch dann das Recht auf Auskunft, wenn seine Eltern mit dem Spender vertraglich übereingekommen sind, dass er anonym bleiben kann.

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