So wie wir auch, mögen viele Spinnen es gerne warm. Deshalb machen sie es sich im Herbst am liebsten in unseren Zimmerecken gemütlich. Wie sie den Weg dahin finden und warum wir sie dort lassen sollten, erklärt Wildtierexperte Derk Ehlert.

Spinnen sind Räuber – und sie folgen ihrer Beute, zum Beispiel Asseln, Insekten und kleinere Spinnen, bis in die entlegensten Winkel. Das kann am Ende dann auch unsere Wohnung sein. Denn wenn die Kälte im Herbst anrückt, suchen sich die Tierchen ebenfalls ein warmes Zuhause.

"Es gibt über tausend verschiedene Spinnenarten in Deutschland."
Derk Ehlert, Wildtierexperte

In Deutschland gibt es viele verschiedene Spinnenarten, die sich auf unterschiedliche Art und Weise ihre Beute schnappen. Einige bauen ein Netz, andere rasen hinterher und fangen ihre Beute. Gemeinsam ist ihnen aber in Deutschland, dass sie für uns Menschen ungefährlich sind.

Spinnen suchen sich in unserer Wohnung instinktiv die Orte, an denen sie am besten an Futter kommen und es warm haben. Schlafzimmer, Küche oder Keller sind besonders beliebt.

Jede Spinne hat ihre Bedürfnisse

Aber Spinne ist nicht gleich Spinne. Das gilt auch für diejenigen, die in unsere Wohnung kommen. Einige Spinnenarten wollen nämlich lieber draußen leben und haben sich unter Umständen nur verirrt. Wieder andere krabbeln sofort wieder durch das ihnen bekannte Schlupfloch in unsere Wohnung, wenn wir sie aussetzen.

Auch wie lange eine Spinne in unserer Wohnung ausharrt, ist je nach Art unterschiedlich. Es gibt solche, die sehr gierig sind und ein bis zu zwei Insekten pro Woche finden müssen, erklärt Derk Ehlert. Viele kleinere Spinnen können monatelang ausharren, wenn sie eine einzige Fliege gegessen haben und sich dann bis zu den Frühlingsmonaten nicht mehr bewegen.

"Spinnen sind extrem nützlich für uns. Sie halten Kleintierchen ab, an Orten an denen wir sie nicht einmal vermuten."
Derk Ehlert, Wildtierexperte

Wer die achtbeinigen Gäste nicht in seiner Wohnung haben möchte, sollte sie in jedem Fall nicht mit dem Staubsauger einsaugen, sondern mit einem Glas nach draußen befördern. Unser Wildtierexperte rät aber dazu, sie einfach an Ort und Stelle zu lassen. Denn die Tiere sind extrem nützlich für uns. Sie kümmern sich für uns um kleine Insekten, vor allem an Stellen, an denen wir selten nachgucken.

Gefährlich sind übrigens auch die großen Nosferatu-Spinen nicht, die vermehrt in Deutschland auftauchen. Sie können bis zu 13 Zentimeter groß werden.