Die Kräuseljagdspinne wird oft als giftig beschrieben. Ist sie aber nicht. Ein Biss gleicht der Berührung mit einer Brennessel. Außerdem ergreifen sie in der Regel die Flucht, wenn Menschen in der Nähe sind.

In letzter Zeit gibt es immer wieder Meldungen darüber, dass die Kräuseljagdspinne in Deutschland gesichtet wurde. Sie lebt eigentlich im Mittelmeerraum. Aufgrund milder Winter infolge des Klimawandels fühlt sie sich inzwischen auch in Deutschland wohl.

Sie wird häufig als Giftspinne oder auch Nosferatu-Spinne bezeichnet. Nosferatu ist ein Begriff für eine Art Untoten, Zombie, Vampir.

Der Spinnenforscher Peter Jäger von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung kann sich vorstellen, woher das kommt. "Wenn man sich den Vorderleib genau anschaut, kann man mit etwas Fantasie eine Vampirdarstellung sehen."

Die Spinne ist harmlos

Nur: Die Kräuseljagdspinne ist ziemlich harmlos. Erstens beißt in aller Regel nicht. Wenn ihr Menschen nahe kommen, ergreift sie die Flucht. Zweitens - sollte es doch mal zu einem Biss kommen - ist die Giftinjektion so gering beziehungsweise das Gift so harmlos, dass jeder Stich einer Wespe oder Biene deutlich schmerzhafter ist als der Biss einer Kräuseljagdspinne.

"Damit mich die Spinne gebissen hat, musste ich sie erst zwischen die Finger nehmen und sie ärgern."
Peter Jäger, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Peter Jäger von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung hat sich extra beißen lassen. Dazu musste er die Spinne festhalten und ärgern. Er vergleicht das Gefühl nach dem Biss mit einer Hautreizung nach dem Kontakt mit einer Brennnessel.

Der Ammen-Dornfinger gilt als die einzige Spinnenart Mitteleuropas, die dem Menschen relevante Vergiftungen zufügen kann. Auch das hat Peter Jäger ausprobiert. Der Schmerz nach dem Biss hat zwei Tage lang angehalten, sagt er.

Ein Weibchen der Ammendornfinger-Spinne mit Kokon.
© IMAGO | blickwinkel

Spinnen beißen nur, wenn wir sie ärgern

Spinnen beißen aus Notwehr – wenn wir sie angreifen oder festhalten. Im Normalfall krabbeln die Tiere bei der Begegnung mit einem Menschen schnell weg. Für Leute, die dennoch auf die Gesellschaft des Insekts verzichten wollen, hat Deutschlandfunk-Nova-Reporter Martin Krinner einen Tipp: Mit einem Glas und einem Stück Papier lassen sich die Tiere problemlos nach draußen befördern.

Es gibt allerdings ein einheimisches Tier, vor dem wir uns schützen sollten: die Zecke. Die von der Zecke übertragenen Viren und Borrelien können beim Menschen unterschiedliche, schwere Krankheiten auslösen.