Fußballer Serge Gnabry vom FC Bayern München ist positiv auf Corona getestet worden. Er ist in Quarantäne - und nicht der einzige Fall in der Bundesliga. Am anstehenden Spieltags-Wochenende ändert das: nichts.

Es scheint durchaus so, als würde der FC Bayern München die Corona-Pandemie ernst nehmen und sich vorbereiten. "Andere Mannschaften hat es auch schon getroffen", warnt etwa Trainer Hansi Flick." Wir müssen uns weiterhin daran halten, dass wir die Hygieneregeln einhalten und schauen, dass wir Masken tragen, Abstand halten und auf die Dinge wirklich achten."

Trotz der Vorsichtsmaßnahmen ist Serge Gnabry positiv auf Corona getestet worden und fällt für die anstehenden Spiele der Bayern aus. Er muss in Quarantäne. Weitere Team-Mitglieder sind nicht betroffen, alle können wir gewohnt auf den Platz.

Bundesligaprofis in Quarantäne

Auch Werder Bremen hat es getroffen: Ein Spieler wurde positiv getestet, er zeige keine Symptome und habe sich ebenfalls in häusliche Quarantäne begeben. Werder Bremen hat das Training abgesagt. Ein weiterer Mitspieler und ein Mitglied aus dem Verein müssen sicherheitshalber in Quarantäne.

Feste Regeln, wie sich die Bundesligisten bei Corona-Fällen verhalten sollen, gibt es nicht. Der europäische Fußballverband UEFA sieht aber vor: Wenn mindestens 13 inklusive Torwart einsatzbereit sind, muss zum angesetzten Termin gespielt werden.

"Es wird hochproblematisch für alle Ligen, wenn solche Spielverlegungen anstehen. Der Terminplan mit Europapokal, Länderspielen und so weiter ist so eng, dass da irgendwann die Zeit wegläuft."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Kann ein Verein wegen Quarantäne-Anordnungen nicht antreten, soll das Spiel verschoben werden. "Aber es wird hochproblematisch für alle Ligen, wenn solche Spielverlegungen anstehen", erklärt Marina Schweizer aus der Deutschlandfunk-Sportredaktion: "Der Terminplan mit Europapokal, Länderspielen und so weiter ist so eng, dass da irgendwann die Zeit wegläuft."

In anderen Ligen, etwa beim Basketball, gebe es dieses Problem schon jetzt: Bei Alba Berlin sind sechs Spieler positiv getestet worden, das Pokalturnier wird verschoben.

Trotz Corona spielt und trainiert der Fußball seit sechs Monaten nach nahezu denselben Regeln. "Es gibt wirtschaftliche Zwänge, mit denen der Fußball argumentiert", erklärt Marina Schweizer. Darum werde weitergespielt, manchmal vor wenig Publikum, manchmal ganz ohne Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Hygienekonzept sieht regelmäßige Tests vor.

"Generell scheinen Reisen ein Risiko zu sein: Nach der letzten Länderspielpause wurden mehrere Bundesligaprofis auch positiv getestet."
Marina Schweizer, Deutschlandfunk-Sportredaktion

Der Spielbetrieb geht auch bei der Nationalmannschaft weiter, internationale Reisen inklusive. "Generell scheinen Reisen ein Risiko zu sein", sagt Marina Schweizer. "Nach der letzten Länderspielpause wurden mehrere Bundesligaprofis auch positiv getestet."

Manche Sportchefs denken deswegen über einen Abstellungsboykott für Länderspiele nach - die Spieler dürften dann bei der Nationalmannschaft nicht mitspielen. "Die eigenen Europapokal-Reisen, die die Vereine selbst machen, werden hingegen ohne lautes Murren durchgezogen."