Laut einer Studie ist der Vaporfly von Nike der schnellste Marathonschuh, den es zurzeit gibt. Die US-Amerikanerin Shalane Flanagan hat mit ihm den New-York-Marathon 2017 gewonnen. 

Das Besondere an dem Vaporfly von Nike, den die US-Amerikanerin Shalane Flanagan beim New-York-Marathon 2017 trug, ist, dass die Läufer mit ihm angeblich weniger Energie verbrauchen. Um genau zu sein: 4 Prozent weniger. Und wem das beim Marathon gelingt, der hat am Ende des Rennens noch Reserven.

Gefällt 74.4 Tsd. Mal, 1,403 Kommentare - Shalane Flanagan (@shalaneflanagan) auf Instagram: „It really happened!!!!! Pure Joy. 🗽🏃🏼‍♀️🇺🇸❤️ #ididntsleeplastnight"
It really happened!!!!! Pure Joy. 🗽🏃🏼‍♀️🇺🇸❤️ #ididntsleeplastnight

Keine schlechte Werbung also für den 250-Euro-Schuh der Firma Nike. Dass aber tatsächlich etwas dran ist, haben Sportwissenschaftler jetzt in einer Studie nachgewiesen.

"Die 4 Prozent, die Profiläufer an Energie einsparen, die haben Sportwissenschaftler tatsächlich nachgewiesen."
Alexandra-Christina Rank, Deutschlandfunk Nova

Forscher ließen 18 männliche Marathonprofis in bestimmten Geschwindigkeiten und in unterschiedlichen Schuhen laufen. Dabei wurde gemessen, wie viel Sauerstoff die Sportler verbrauchen und wie viele Kalorien sie mit den jeweiligen Schuhen verbrannten: Läufer mit dem Vaporfly von Nike verbrauchten bei jeder Geschwindigkeit und an jedem der drei Testtage am wenigsten.

Doping durch Federung im Laufschuh

Bei Sportschuhen ist vor allem eine Sohle aus mehreren Schichten das Wesentliche. Beim Laufschuh von Nike ist ein besonderes Schaummaterial in der Zwischensohle eingearbeitet: Eine Platte aus Kohlenstofffaser wird dabei mit einer dicken aber weichen Zwischenschicht kombiniert. 

Kritiker bemängeln, dass diese Sohlenkonstruktion wie eine Feder wirke und dass das den Läufern einen unfairen Vorteil verschaffe. Die Forscher der Studie sehen das anders: die Platte aus Kohlenstofffaser hebele diese Federung aus.

"Die Entwickler hoffen mit einem Schuh dafür zu sorgen, damit die zweistunden Grenze geknackt werden kann."
Alexandra-Christina Rank, Deutschlandfunk Nova

Grundsätzlich gilt: Schneller laufen ist so eine Sache. Das hängt nicht nur an der Fitness, sondern auch an der Tagesverfassung, dem Wetter aber auch wie "schnell" eine Marathonstrecke ist. Die schnellste Strecke der Welt ist der Berliner Marathon – dort wurde 2014 auch der aktuelle Weltrekord aufgestellt. Der liegt bei zwei Stunden, zwei Minuten und 57 Sekunden.